Nach einem Schusswechsel zwischen schwer bewaffneten Insassen eines in den USA registrierten Schnellboots und der kubanischen Küstenwache vergangene Woche haben die kubanischen Behörden Terrorismusvorwürfe gegen sechs Überlebende erhoben. Die Angeklagten würden in Untersuchungshaft genommen werden, erklärte die kubanische Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag (Ortszeit). Den in den USA lebenden Kubanern wird vorgeworfen, das Boot mit Waffen beladen und Kurs auf Kuba genommen zu haben, mit dem Ziel, die Regierung in Havanna zu destabilisieren.
Den kubanischen Behörden zufolge befanden sich an Bord des Bootes Schusswaffen unterschiedlichen Kalibers, darunter 14 Gewehre, elf Pistolen und fast 13.000 Schuss Munition. Mindestens zwei der Personen an Bord des Schnellboots waren US-Bürger, einer von ihnen wurde getötet.
US-Politiker äußerten Zweifel an der kubanischen Darstellung der Ereignisse und forderten unabhängige Untersuchungen. Außenminister Marco Rubio erklärte, es habe sich nicht um eine US-Operation gehandelt und es seien keine US-Staatsbediensteten beteiligt gewesen.
Im Falle einer Verurteilung könnten ihnen Haftstrafen zwischen 10 und 30 Jahren drohen – oder sogar die Todesstrafe, wie ein Staatsanwalt am Freitag im staatlichen Fernsehen erklärt hatte.
Der Vorfall ereignete sich inmitten verschärfter Spannungen zwischen den USA und Kuba. US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar bei einem US-Militäreinsatz die Öllieferungen Venezuelas an Kuba unterbinden lassen. Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen.
Die Ölblockade hat die Wirtschaftskrise in dem kommunistisch regierten Karibikstaat verschärft. Das US-Finanzministerium kündigte jedoch an, dass die Beschränkungen für venezolanische Ölexporte nach Kuba aus humanitären Gründen gelockert würden.

vor 17 Stunden
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