MacBook Neo: Apple stellt Lowcost-Laptop vor

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 Apple-Notebook zum Preis eines günstigen iPhones
 Apple-Notebook zum Preis eines günstigen iPhones

MacBook Neo: Apple-Notebook zum Preis eines günstigen iPhones

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Apple

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Für Apple könnte dieser Mittwoch ein »Make or Break«-Moment sein. Auf drei parallel ablaufenden Veranstaltungen in New York, Shanghai und London stellte der Hightech-Konzern ein Produkt vor, das ihm vollkommen neue Märkte erschließen soll, das MacBook Neo.

Der neue Mobilrechner ist das Highlight einer Woche voller Ankündigungen. Am Montag und Dienstag hatte der Konzern bereits das neue iPhone 17e, neue iPads, MacBooks und Bildschirme angekündigt (mehr dazu hier).

 Keine Abstriche bei Tastatur und Touchpad

Draufsicht: Keine Abstriche bei Tastatur und Touchpad

Foto: Apple

In normalen Jahren wären diese Neuigkeiten allein schon genug gewesen, um Apple, seine Fans, Influencer und Presse wochenlang zu beschäftigen. Doch mit dem MacBook Neo betritt Apple ungewohntes Terrain.

Ein Preis wie ein günstiges iPhone

Mit Preisen ab 699 Euro (im Bildungsbereich ab 599 Euro) zielt das neue Laptop auf eine Zielgruppe, die bisher Modelle mit Microsofts Windows oder Googles Chrome OS bevorzugte. Apples bisheriges Einstiegsmodell, das MacBook Air, steht in der aktuellen Version mit M5-Chip mit Preisen ab 1199 Euro auf Apples Preisliste. Viele Menschen wollen einfach nicht so viel für ihren Computer ausgeben, andere können es nicht.

 Schüler und Studenten

Eine der MacBook-Neo-Zielgruppen: Schüler und Studenten

Foto: Apple

Genau diese Kundschaft soll das neue Modell ansprechen. Apples Hoffnung: Kunden, die schon ein iPhone haben, aber die Investition für ein MacBook Air oder MacBook Pro scheuen, mit dem neuen Lowcost-Modell ganz in sein Ökosystem zu ziehen. Schätzungen gehen aktuell von rund 1,5 Milliarden aktiven Apple-Smartphones weltweit aus.

Im Herz ein iPhone

Um den ungewohnt niedrigen Preis zu erreichen und das Neo hinreichend von anderen MacBooks zu differenzieren, hat Apple das neue Modell preisbewusster designt. Die wichtigste Einsparung betrifft den Chip, von dem es angetrieben wird. Statt einer Variante der in Mac-Computern seit Jahren verwendeten M-Chips steckt im MacBook Neo ein iPhone-Chip vom Typ A18 Pro. Apple hatte ihn etwa im iPhone 16 Pro Max verwendet.

 Der Chip dürfte das schaffen

Apple Intelligence auf dem MacBook Neo: Der Chip dürfte das schaffen

Foto: Apple

Allein diese Umstellung dürfte die Apple-Softwareabteilung lange beschäftigt haben. Zwar basieren Apples A- und M-Chips auf ähnlichen Grundlagen, deckungsgleich sind sie aber nicht. Deshalb musste eine Variante von Apples MacOS-Betriebssystem entwickelt werden, die auf iPhone-Chips läuft. In der Branche war bereits seit geraumer Zeit über eine solche Software spekuliert worden.

Allerdings meist in der Hoffnung, Apple würde auf diese Weise MacBooks und iPads verschmelzen und Touchscreen-Notebooks anbieten, von denen manche Fans schon lange träumen. Ein Traum, dem Apples Manager allerdings ebenso lange eine Absage erteilen und die Trennung der Systeme mit unterschiedlichen Anwendungsgebieten begründen. Dahinter dürfte allerdings auch die Furcht stehen, dass ein MacBook mit Touchscreen die iPad-Verkäufe kannibalisieren könnte.

Eine glückliche Familie

Bei der Präsentation betonte Apple die Möglichkeit, iPhones und MacBook Neo nahtlos miteinander zusammenarbeiten zu lassen. Neu ist das freilich nicht. Apple-Funktionen wie Handoff und Continuity erlauben es schon seit Jahren, beispielsweise Bilder und Texte ohne Umweg vom Handy auf ein MacBook zu kopieren oder etwa ein iPad als Zusatzbildschirm für ein Laptop zu verwenden.

Verzicht müssen Neo-Nutzer bei den Anschlüssen üben. So hat das neuer MacBook zwar zwei USB-C-Buchsen und einen Kopfhöreranschluss, aber nicht den bei Macs-Nutzern beliebten magnetischen Magsafe-Ladestecker. Ein Schwachpunkt könnte die eingebaute Kamera sein, deren Auflösung mit 1080p angegeben wird. Was sie wirklich leistet, müssen Tests zeigen.

 Zweimal USB, einmal Kopfhörer

Die Anschlüsse des Neo: Zweimal USB, einmal Kopfhörer

Foto: Apple

Ansonsten aber ist das 1,23 Kilogramm leichte Gerät gut ausgestattet. Das Gehäuse besteht aus Aluminium, das in vier Farben Rosa, Indigo, Silber und Zitrus eingefärbt ist. Der Arbeitsspeicher bietet mit 8 GB zwar nur das für Apples KI-System Apple Intelligence nötige Minimum, dürfte für die meisten Anwendungen aber ausreichen. An Speicherplatz hat man die Wahl zwischen 256 GB und – gegen Aufpreis – 512 GB. Der 13-Zoll-Bildschirm hat eine Auflösung von 2408 x 1506 Pixeln und eine maximale Helligkeit von 500 Nits, was auf dem Niveau des MacBook Air liegt.

Wie bei Neuankündigungen üblich, nimmt Apple ab sofort Bestellungen entgegen. Ab dem 11. März soll das MacBook Neo dann ausgeliefert werden und im Handel erhältlich sein.

Neben dem MacBook-Neo hat Apple in dieser Woche noch etliche weitere Neuheiten präsentiert. Zwar ist keine davon für sich genommen so spektakulär wie der neue Mobilrechner, aber einige interessante Neuerungen, vor allem was die Speicherausstattung angeht, gibt es doch. Die Übersicht:

 Das iPhone 17e

Das neue Einstiegsmodell: Das iPhone 17e

Foto: Apple / dpa
  • Das iPhone 17e ist das neue Einstiegsmodell. Gegenüber dem 16e hat es in der Grundversion doppelt so viel Speicher, nämlich 256 GB. Außerdem wird es vom aktuellen A19-Chip angetrieben, lässt sich kabellos per MagSafe aufladen und ist auch in Hellrosa erhältlich. Die Preise beginnen bei 699 Euro. So viel hat auch der Vorgänger gekostet.

  • Das neue iPad Air gibt es, wie den Vorgänger, wahlweise mit 11- oder 13-Zoll-Bildschirm. Die wichtigsten Neuerungen stecken in den Chips: Als Antrieb dient nun ein Apple M4, Netzverbindungen erledigen Apples N1 und C1X. Dadurch beherrscht das leichte iPad jetzt Wifi 7 und Bluetooth 6.

  • Im neuen MacBook Air sorgt ein M5-Chip, dem auch hier der Netzwerkchip N1 zur Seite steht, für mehr Performance. Der Basisspeicher wurde auf 512 GB erhöht, der Preis der Basisversion mit 13,6-Zoll-Display bleibt bei 1199 Euro. Angesichts der stolzen Preise, die Apple für Speicher-Upgrades verlangt, ist es also billiger geworden.

  • Ganz ähnlich sieht es beim neuen MacBook Pro aus, nur die Basisversion wird jetzt mit einer ein Terabyte großen SSD geliefert. Zudem werden die Pro-Modelle mit neuen Chips vom Typ M5 Pro respektive M5 Max bestückt, die im Vergleich zu den Vorgängern viermal mehr KI-Performance liefern sollen. Das lässt sich Apple allerdings auch bezahlen. Das günstigste MacBook Pro mit M5 Pro kostet 2499 Euro, für die Top-Version mit allen Extras werden knapp 8800 Euro fällig.

  • Neben Computern, iPads und dem iPhone 17e wurden auch zwei neue Bildschirme angekündigt, die im Grunde Upgrade bestehender Modelle sind. Das neue Studio Display hat unter anderem eine neue 12-Megapixel-Webcam, neue Thunderbolt-5-Anschlüsse sowie ein verbessertes Audiosystem bekommen. Es kostet ab 1699 Euro. Das neue Studio Display XDR hat unter anderem eine neue Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung und eine Spitzenhelligkeit von 2000 Nits, ist mit Preisen ab 3499 Euro aber nur für Profis attraktiv.

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