Kubas diplomatisches Personal muss Ecuador verlassen. Der Botschafter wurde zur unerwünschten Person erklärt. Kuba vermutet hinter der Ausweisung Druck aus den USA.
Aktualisiert am 5. März 2026, 6:50 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, iyf
Ecuador hat den Botschafter Kubas sowie das gesamte kubanische diplomatische Personal ausgewiesen. "Dem Botschafter und allen Mitgliedern dieser diplomatischen Mission wurde gemäß diplomatischer Praxis eine Frist von 48 Stunden eingeräumt, um das nationale Territorium zu verlassen", teilte Ecuadors Außenministerium mit. Der kubanische Botschafter Basilio Antonio Gutiérrez García sowie weitere Diplomaten wurden demnach von der Regierung von Präsident Daniel Noboa zu unerwünschten Personen erklärt. Gründe für die Entscheidung nannte das Ministerium nicht.
Kuba sprach von einer "willkürlichen und unbegründeten Entscheidung". Es handle sich um "eine unfreundliche und beispiellose Handlung, die die historischen Beziehungen der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern und Völkern erheblich beschädigt", teilte das kubanische Außenministerium mit.
Kuba verwies zudem auf einen geopolitischen Hintergrund. Die Entscheidung sei im Kontext der verstärkten US-Aggression gegen Kuba und starken Drucks der US-Regierung getroffen worden.
Offenbar Papiere in kubanischer Botschaft verbrannt
Auf der Terrasse der kubanischen Botschaft in Ecuadors Hauptstadt Quito war auf Aufnahmen zu sehen, wie eine Person offenbar Dokumente verbrannte. Präsident Noboa kommentierte die Bilder auf X mit den Worten "Papier-Grillen".
Die USA haben den Druck auf Kubas kommunistische Regierung erheblich erhöht. Im Dezember ordnete US-Präsident Donald Trump eine vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen aus Venezuela an. Venezuela ist Kubas engster Verbündeter in der Region. Danach drohte Trump mit Zöllen gegen Kubas Öllieferanten. Mittlerweile wurden bestimmte Sanktionen gelockert. Zusätzlich kam es vor Kubas Küste zu einem Schusswechsel zwischen kubanischen Grenzschützern und der Besatzung eines in den USA registrierten Schnellbootes, bei dem vier Menschen starben.

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