Die Lage auf dem Gasmarkt ist durch die Verwerfungen des Irankriegs bereits äußerst angespannt. Nun droht Russlands Präsident Wladimir Putin auch noch damit, die Lieferungen in die EU einzustellen. »Jetzt öffnen sich andere Märkte. Und vielleicht ist es für uns vorteilhafter, jetzt sofort die Lieferungen für den europäischen Markt einzustellen«, sagte Putin in einem auch vom Kreml veröffentlichten Interview des russischen Staatsfernsehens.
Sollte Russland die Lieferungen nach Europa nun selbst stoppen, würde er dem Inkrafttreten von EU-Sanktionen zuvorkommen. Schließlich will die Europäische Union ja von Gaslieferungen aus Russland komplett loskommen – aber erst Ende 2027 und noch nicht im Frühjahr 2026. Trotz der Sanktionen liefert Russland bislang immer noch in großem Stil Gas nach Europa.
Putin sagte, dass er nur laut darüber nachdenke, ob die Orientierung auf andere Märkte und das Fußfassen dort für Russland jetzt nicht günstiger sei. Eine Entscheidung sei nicht gefallen. Er beauftrage aber die Regierung und die Unternehmen, einen solchen Schritt zu prüfen. Putin betonte zwar einmal mehr auch, dass Russland ein verlässlicher Lieferant auch in Europa bleiben wolle. Dabei hat er aber vor allem treue Kunden wie Ungarn und die Slowakei im Blick.
Immerhin sind die LNG-Importe aus Russland nach Europa zuletzt ein bisschen zurückgegangen. Die EU hat laut Eurostat zuletzt noch Flüssigerdgas aus dem Land im Wert von rund 7,4 Milliarden Euro importiert – ein Minus von rund drei Prozent zum Vorjahreswert. Insgesamt wurde 2025 LNG im Wert von rund 46,0 Milliarden Euro importiert. Das meiste kam aus den USA.
Trotz allem behauptete Putin, dass es keinen politischen Hintergrund für seine Überlegungen gebe. Es gehe ums Geschäft. Wenn die EU ohnehin bald kein russisches Gas mehr abnehme, »ist es besser, jetzt selbst aufzuhören und in die Länder zu gehen, die zuverlässige Partner sind, und uns dort zu etablieren«, sagte er.
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vor 2 Stunden
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