Das US-Justizministerium soll belastende Akten zum Fall Epstein wieder aus dem Netz genommen haben. Jetzt wird Pam Bondi über ihre Rolle im Umgang mit den Akten befragt.
5. März 2026, 0:42 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, jj
Nach Kritik am US-Justizministerium lädt der Untersuchungsausschuss zum Fall Jeffrey Epstein nun Justizministerin Pam Bondi vor. Die Ministerin soll US-Medienberichten zufolge zu ihrer Rolle bei der Veröffentlichung der Epstein-Akten befragt werden. Der Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses stimmte demnach mit parteiübergreifender Unterstützung für eine Vorladung der Ministerin.
Der Umgang mit den Millionen Akten zu den Ermittlungen gegen den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein war zuvor in die Kritik geraten. Bemängelt wurde unter anderem, dass Opfer nicht hinreichend geschützt und belastende Akten wieder aus dem Netz genommen worden seien. Bondi hatte Kritik am Umgang mit den Ermittlungsakten zurückgewiesen.
Die Entscheidung des Kontrollausschusses verpflichtet Bondi nun, zu der Anhörung hinter verschlossenen Türen zu erscheinen und sich den Fragen der Abgeordneten zu stellen. Zuletzt waren Ex-Präsident Bill Clinton und die frühere Außenministerin Hillary Clinton von den Ausschussmitgliedern befragt worden.
Mehr als 47.000 Dateien sollen entfernt worden sein
Bondi hatte ihren Umgang mit den Epstein-Akten bereits verteidigt, dabei aber auch Fehler eingeräumt. Ihr Ministerium habe mehr als drei Millionen Seiten Dokumente freigegeben und das "Beste getan, um die Opfer zu schützen", sagte Bondi während einer Anhörung im US-Kongress Mitte Februar. Gleichzeitig räumte die Justizministerin ein, dass "versehentlich" Namen von Opfern veröffentlicht worden seien. Diese seien nach Hinweisen "umgehend" geschwärzt worden.
Mitte Dezember hatte ihr Ministerium damit begonnen, Ermittlungsakten zum Fall Epstein zu veröffentlichen. Medienberichten zufolge nahm das US-Justizministerium allerdings zehntausende Dokumente bereits wieder aus dem Netz. Analysen des Wall Street Journal (WSJ) und des Senders CBS News ergaben, dass bis Ende Februar mehr als 47.000 Dateien von der Plattform mindestens vorübergehend entfernt wurden.
Nach Angaben des WSJ betreffen einige der zurückgehaltenen Unterlagen FBI-Vermerke zu Befragungen einer Frau von 2019. Sie habe ausgesagt, in den 1980er-Jahren als Minderjährige von Epstein missbraucht worden zu sein. Sie hatte auch Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens gegen den späteren US-Präsidenten Donald Trump erhoben.
Verfolgen Sie alle Entwicklungen im Fall Jeffrey Epstein in unserer Timeline.

vor 2 Stunden
2








English (US) ·