Achim Truger: Wirtschaftsweiser beschwert sich über Kommunikation im Fall Malmendier

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Der Ökonom und Wirtschaftsweise Achim Truger wusste eigenen Angaben zufolge offiziell nichts davon, dass die Zeit von Ulrike Malmendier im Sachverständigenrat endet. Ihr »Rausschmiss« sei »mehr als überraschend«, schreibt er in seiner Kolumne im Magazin »Surplus« . »Und er geschah ohne vorherige Kommunikation mit der Betroffenen und den übrigen Ratsmitgliedern, die das Geschehen nur staunend aus den Medien verfolgen konnten.«

Erst am Samstag, dem letzten Tag von Malmendiers Amtszeit, seien die Wirtschaftsweisen informiert worden. »All das ist selbstverständlich rechtlich nicht zu beanstanden, ein respektvoller, vertrauenserweckender Umgang und der allerbeste Stil sind es sicher nicht.«

»Wirtschaftspolitisch kein klares Paradigma«

Malmendiers Mandat war nach dreieinhalb Jahren im Sachverständigenrat nicht verlängert worden. Hintergrund ‌ist, dass die ​Union das Vorschlagsrecht für die Besetzung dieser Position hat. Vor allem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) soll sich für eine Ablösung ausgesprochen haben, was das Kanzleramt unterstützte. Das SPD-geführte Bundesfinanzministerium kritisierte den Schritt.

Truger geht in seiner Kolumne auch auf das Verhältnis zwischen Wirtschaftsweisen und Politik ein. »Der moderne Rat ist eher konstruktiver Begleiter der Politik, der pragmatisch Optionen zur Lösung wirtschaftlicher Probleme aufzeigt«, schreibt er. »Wirtschaftspolitisch ist er dabei keinem klaren Paradigma mehr zuzuordnen.« Dass er nur noch selten klare Empfehlungen an die Politik richte, sei keine Schwäche. Vielmehr spiegle es »den internationalen, stark empirisch geprägten Mainstream der VWL« wider.

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