Zweiter Weltkrieg: Wrack eines US-Weltkriegsombers in der Nordsee entdeckt

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Seit Jahrzehnten verschollen, nun wieder entdeckt: Bei Arbeiten an einer sogenannten Offshore-Konverterplattform sind Fachleute in der Nordsee auf das Wrack eines B-17-Bombers aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen. Aufgespürt wurden die Überreste bereits im vergangenen Sommer, als das Gebiet auf mögliche Kampfmittel untersucht wurde. Doch erst jetzt machten der für die Arbeiten zuständige Rüstungskonzern Rheinmetall und der Netzbetreiber Amprion den Fund öffentlich. Teile des Wracks sind geborgen und näher untersucht worden.

Konverterplattformen sind große technische Anlagen, die auf fest verankerten Pfählen im Meer stehen. Darin wird der von Offshore-Windkraftanlagen produzierte Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt. Die Plattform DolWin delta wird rund 43 Kilometer nördlich der Insel Norderney gebaut.

Wie die Untersuchung ablief

Die Untersuchung der Wrackteile dauerte mehrere Wochen. Experten dokumentierten dabei etwa die Lage und das Ausmaß des Wracks mit einem Elektromagnetometer. Danach wurde das Objekt Schritt für Schritt frei gespült. Das Wrack lag unter einer 1,5 Meter dicken Schicht aus Sand, Sediment und Schlick. Da es sich um eine Maschine der US-Streitkräfte handelte, wurde die Untersuchung von einer spezialisierten Behörde des US-Verteidigungsministeriums begleitet.

Die B-17-Bomber, auch »Fliegende Festungen« genannt, waren eines der bekanntesten Kriegsflugzeuge der US-Luftstreitkräfte im Zweiten Weltkrieg. Mit den rund 20 Meter langen schweren Bombern wurden Angriffe auf Deutschland geflogen.

Keine Bomben mehr an Bord

Den Fachleuten ist es auch gelungen, über eine geöffnete Luke die Bombenkammer des Flugzeugs zu untersuchen. »Es befanden sich keine Bomben mehr an Bord des Wracks«, teilte Rheinmetall mit. Auch menschliche Überreste seien nicht gefunden worden. Die zuständigen US-Behörden behielten sich jedoch weitere Untersuchungen vor, hieß es.

In den USA ist es üblich, gefallene Soldaten zu bergen, es ist Teil der Doktrin, niemanden zurückzulassen. Es gibt spezialisierte Einheiten, die nach den Überresten von vermissten US-Amerikanern aus dem Zweiten Weltkrieg suchen.

Eindeutig identifiziert ist das Wrack bisher nicht, es werden jedoch noch weitere Funde und Daten ausgewertet.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hat das Wrack nun in die offiziellen Seekarten aufgenommen. Ob es in den kommenden Jahren noch geborgen werden soll, müssen jetzt US-Behörden entscheiden.

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