SZ am Morgen: Nachrichten des Tages – die Übersicht für Eilige

vor 2 Tage 5

Seit Samstag herrscht wieder Krieg im Nahen Osten, die USA und Israel greifen Iran an, dieser schlägt zurück, indem er Raketen in alle Richtungen abfeuert, auch auf zivile Ziele in den Golfstaaten. In der vergangenen Nacht hat Israel als Reaktion auf Angriffe der Hisbollah Ziele in ganz Libanon attackiert. Die aktuellen Entwicklungen können Sie jederzeit auf sz.de in unserem Live-Blog zum Krieg im Nahen Osten verfolgen.

Die Zukunft Irans ist ungewiss. Nach dem Tod des geistlichen Führers Ali Chamenei muss sich das Regime neu aufstellen. Einerseits mit neuem Personal, weil viele Anführer bei Luftangriffen ums Leben gekommen sind. Andererseits müssen die Herrschenden wieder eine gewisse Nähe zu ihrem Volk herstellen. Unser Korrespondent in Istanbul, Raphael Geiger, beschreibt, wie die neue Zeit in Iran aussehen könnte.

In Israel müssen unterdessen viele Menschen den Schutz der Bunker suchen. Immer wieder unterbricht Luftalarm den Alltag. Selbst im Zentrum der Metropole Tel Aviv herrscht Gefahr für Leib und Leben, dort schlug am Wochenende eine iranische Rakete ein und tötete einen Menschen. SZ-Korrespondent Tomas Avenarius hat beobachtet, wie eine israelische Familie mit der Gefahr umgeht.

Die Europäer stehen, wie so oft, als Zuschauer am Rande. Dabei müssten sie ein Interesse daran haben, dass der Regimewechsel in Teheran gelingt, wie Hubert Wetzel kommentiert. In Berlin versucht die Bundesregierung derweil zu ermessen, was der neue Krieg für die Sicherheit der Bundesrepublik bedeutet. Experten warnen davor, dass iranische Terroristen auch in Deutschland Vergeltung üben könnten. Heute reist Friedrich Merz nach Washington, dort wird er von Donald Trump wohl die neuesten Wendungen direkt erfahren.

Der Konflikt könnte auch die Weltwirtschaft erheblich beeinträchtigen. Vor der Straße von Hormus, die entlang der iranischen Küste verläuft, stauen sich bereits die Tanker, weil Iran die Meerenge gesperrt hat. Warenströme dürften sich verlangsamen oder angehalten werden. Die SZ gibt hier einen Überblick der wichtigsten Folgen, auch für Reisende.

Krieg im Nahen Osten

Tote in Israel. Nach dem Tod des obersten Führers Ayatollah Chamenei reagiert das Regime mit Vergeltungsschlägen in der gesamten Region. Israels Militär sagt, sie hätten eine „einmalige Gelegenheit genutzt“. Bei Racheschlägen des iranischen Regimes sind bereits mehrere Zivilisten umgekommen. Zum Artikel

Kanzler Merz reist nach Washington. Am Dienstag wird Friedrich Merz von Donald Trump empfangen. Kritik am Angriff der USA und Israel auf den Iran vermeidet er im Vorfeld. Mit „völkerrechtlichen Maßnahmen“ habe man gegen das Regime in Teheran „offensichtlich nichts“ bewirkt. Er wolle „Partner und Verbündete“ nicht belehren. Es ist eine grundsätzliche Wende der deutschen Außenpolitik. Zum Artikel

Was heute wichtig ist

EXKLUSIV Neue Wirtschaftsstrategie: Die Grünen reden jetzt auch mit Investmentbankern. Die Grünen wollen in Wirtschaftsfragen als kompetenter wahrgenommen werden. Die Bundestagsfraktion plädiert für günstigere Energie, eine Senkung der Stromsteuer „für alle Unternehmen und Haushalte“ soll die Wirtschaft entlasten. Der Autoindustrie wollen sie „klare Zielvorgaben für Elektromobilität“ machen. Zum Artikel

Betrug mit EU-Geldern: EU-Ermittler warnen vor Europas „krimineller Industrie“. Die Europäische Staatsanwaltschaft meldet beunruhigende Rekorde: Noch nie verschwand so viel EU-Geld in dunklen Kanälen. Und es wird wohl so bald nicht besser. Zum Artikel

Beteiligte warnen vor einem Scheitern von FCAS. Heute will der französische Präsident Emmanuel Macron auf dem Militärstützpunkt Île Longue eine Rede zur Rolle französischer Atomwaffen beim Schutz europäischer Staaten halten. Bei der Umsetzung gemeinsamer europäischer Rüstungsprojekte hapert es, vor allem beim Futur Combat Air System (FCAS). Experten warnen vor einer „verpassten Chance“, sollte das Projekt scheitern. Zum Artikel

Bill Clinton muss vor US-Abgeordneten im Fall Epstein aussagen. Clinton hat zu Beginn gesagt, er habe „nichts Falsches getan“. Sexualstraftäter Jeffrey Epstein habe seine Verbrechen „gut versteckt“. Hinweise für Beteiligung an Straftaten gibt es nicht. Clinton kannte Epstein aber – genau wie US-Präsident Donald Trump. Demokraten sehen Clintons Vorladung Präzedenzfall, der den Weg für eine Befragung Trumps geebnet habe. Zum Artikel

Weitere wichtige Themen

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Dossier Digitalwende: „Wer kompetitiv ist, ist auch souverän.“ Thomas Lippert, Leiter des Jülich Supercomputing Centre, fordert einen massiven Ausbau der Rechenkapazität. Im Interview mit SZ Dossier spricht er über digitale Souveränität und erste konkrete Anwendungsfälle des Supercomputers Jupiter. Auch wichtig: Warum Innovationsökonomin Francesca Bria gerade einen „Airbus-Moment für das KI-Zeitalter“ sieht. Zum Briefing

Dossier Geoökonomie: LNG aus den USA – Deutschlands neue Gas-Falle. Europa droht in die nächste Abhängigkeit zu rutschen. Statt Russland dominieren heute die USA die LNG-Versorgung der EU. Norwegen kann seine Lieferungen nicht weiter steigern. Zwar lockt Katar mit billigem Gas – doch das muss durch die Straße von Hormus. Welche Lösungen im Energie-Poker auf dem Tisch liegen. Zum Briefing

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