Starker & leiser Mini-PC mit Ryzen 9, 2x LAN und 2x USB4: Geekom A7 Max im Test

vor 2 Stunden 2

Der Geekom A7 Max ist ein starker Mini-PC mit Ryzen 9 7940HS, Eingangsstromversorgung per USB-C und einer Top-Ausstattung.

Der Geekom A7 Max ist der größere, aber leistungstechnisch nahezu unveränderte Bruder des Geekom A7 (Testbericht). Beide setzen auf den Ryzen 9 7940HS, wobei die neue Max-Variante ein deutlich größeres Gehäuse und auch mehr Anschlüsse bietet. Die 2026er-Version des normalen A7 hat aber mittlerweile ein Downgrade auf den schwächeren Ryzen 5 7535 erfahren, womit der A7 Max fast als Ersatz für den von uns getesteten A7 zu sehen ist. Bei RAM und SSD gibt es aufgrund der aktuell schwierigen Marktlage nur noch 16 GB und 1 TB. Ein erstes Highlight ist die Eingangsstromversorgung (PD-in) via USB-C. Ob sich ein Kauf lohnt, zeigt unser Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Ausstattung: Welche Hardware bietet der Geekom A7 Max?

Der Geekom A7 Max liefert mit dem AMD Ryzen 9 7940 HS jede Menge Leistung. Der Achtkerner bietet dank SMT (Simultaneous Multithreading) 16 Threads bei einem Basistakt von 4 GHz und in der Spitze bis zu 5,2 GHz auf einem Kern. Das SoC nutzt die Zen4-Architektur, ohne jegliche Art von speziellen Effizienz-Kernen, und wird im 4-Nm-Prozess gefertigt. Die TDP wird mit 35 W angegeben, hierauf kann Geekom aber mit der Kühllösung Einfluss nehmen und dementsprechend mehr Leistung aus dem Chip holen – einen konkreten Wert für den A7 Max gibt es aber nicht.

Als Grafikeinheit ist die Radeon 780M integriert, die mit 12 CUs (Compute Units) ausgestattet ist und bis zu 2800 MHz taktet. Das macht sie zwar noch lange nicht zu einem Ersatz für Gaming-Grafikkarten, sie ist aber dennoch eine starke und vor allem effiziente GPU für alle alltäglichen Aufgaben wie Office oder auch Bildbearbeitung. Als KI-Beschleuniger kommt, obwohl die CPU schon 2023 vorgestellt wurde, bereits eine NPU, basierend auf der XDNA-Architektur von Xilinx, mit bis zu 10 TOPS (Tera Operations/s) zum Einsatz.

Geekom A7 Max – RAM

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Beim RAM spart Geekom leider, aber auch verständlicherweise, wegen der aktuellen RAM-Krise. So gibt es nur 16 GB im DDR5-Standard und mit einer Übertragungsrate von 5600 MT/s (Megatransfers/s). Der Arbeitsspeicher kommt in Form eines LPDDR5-Moduls von Crucial – die Vorteile von Dual-Channel werden also erst mit einem Upgrade auf 32 GB voll ausgenutzt. Gerade weil das System stark auf die integrierte Grafikeinheit setzt und diese den RAM mitbenutzt, sind 16 GB unter Windows aus unserer Sicht das absolute Minimum. Offiziell lässt sich der RAM nur auf 64 GB aufrüsten, unser Testkit von Corsair mit 96 GB aus zwei Modulen bei ebenfalls 5600 MT/s funktioniert allerdings problemlos.

An Systemspeicher gibt es 1 TB mit einer M.2-NVMe-SSD im Formfaktor 2280 von „Wodposit“. Diese überträgt Daten via PCIe 4.0x4 und erreicht so Geschwindigkeiten von 7077 MB/s im Lesen und 6181 MB/s im Schreiben in Crystaldiskmark. Der Anschluss der M.2-SSD unterstützt offiziell Festplatten bis zu einer Kapazität von 2 TB. Weitere Steckplätze gibt es nicht, trotz des großen Gehäuses.

Bei den Anschlüssen hat der A7 Max sehr viel zu bieten. So lassen sich bis zu vier Monitore verbinden, davon zwei über USB4 Typ-C mit Displayport-Alt-mode und zwei über HDMI 2.0. Einer der USB4-Ports unterstützt zudem PD-in, sodass der Mini-PC darüber mit Strom versorgt werden kann. Das ist zwar bei Laptops der absolute Standard, bei Mini-PCs allerdings noch immer eine Seltenheit und damit ein echtes Highlight. Ansonsten erfolgt die Stromversorgung wie gewohnt über das mitgelieferte 120-W-Netzteil mit DC-Rundhohlstecker. Zudem verfügt der A7 Max über zwei LAN-Anschlüsse mit 2,5 Gigabit.

Drahtlos funkt der A7 Max mit Wifi 6E und Bluetooth 5.2 – nicht das allerneuste, aber dennoch mehr als ausreichend für viele Jahre. Hier kommen die Chipsätze Realtek RTL8125 Gaming 2.5 GbE für Ethernet und Mediatek MT7922 für die Drahtlosschnittstellen zum Einsatz.

Performance: Wie schnell ist der Geekom A7 Max?

Beim Produktivitätsbenchmark PCmark 10 schlägt sich der Ryzen 9 7940HS solide, bleibt aber hinter dem moderneren Klassiker Ryzen 7 8745HS oder 8745H, etwa im Minisforum UM870 Slim, zurück. Wir messen im Schnitt 7201 Punkte mit dem Workflow der Version 1 und durchschnittlich 8263 Punkte in der neuen, Version 2 des Workflows (870 Slim: 7480 Punkte in Workflow V1).

Im Gaming-Benchmark 3Dmark Time Spy erhält der Mini-PC eine Bewertung von 1925 Punkten, die sich aus 8898 CPU- und sehr mageren 1692 Grafik-Punkten zusammensetzt. Der modernere Ryzen 7 8745 hat hier vor allem bei der Grafik die Nase vorn – und das trotz gleicher Grafikeinheit Radeon 780M. Geekbench 6 vergibt 2629 Punkte für die Leistung im Single- und 10.155 Punkte im Multicore, wobei auch hier ein sehr deutliches Defizit zum moderneren Achtkerner 8745H festzustellen ist. Die Grafik schafft es im OpenCL-Benchmark auch nur auf 27.142 Punkte, liegt also knapp 4000 Punkte hinter der Konkurrenz von Minisforum. Zuletzt gibt es in Cinebench R24 102 Punkte im Single- und 856 Punkte im Multicore für die CPU.

Geekom A7 Max – Bilderstrecke

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Obwohl das System nicht primär auf Gaming ausgelegt ist, testen wir unsere üblichen Spiele: Anno 1800 und Cities Skylines 2. Wir spielen beides in Full-HD-Auflösung.

In Anno laden wir unser fortgeschrittenes Endlosspiel mit einer 50.000-Einwohner-Stadt und nutzen zuerst die niedrigen Voreinstellungen mit aktiviertem FSR (FidelityFX Super Resolution) im Modus „Ausgewogen“. So erhalten wir flüssige 47 FPS im Durchschnitt, ohne größere Einbrüche. Im Grafik-Preset „Mittel“ und FSR im Modus „Ausgewogen“ sind es noch immer 35 FPS, was für ein derartiges Strategiespiel noch gut ausreicht. Erst bei hohen Grafikeinstellungen und FSR im Modus „Ausgewogen“ stößt das System mit nur 22 FPS an seine Grenzen. Die RAM-Auslastung liegt so auch bei 96 Prozent – ein paar Programme im Hintergrund können hier also schon zu Problemen führen.

Cities Skylines 2 ist weitaus schlechter optimiert und leistungshungriger. Hier spielen wir in unserem noch jungen Endlosspiel mit knapp 12.000 Einwohnern. Wir wählen zunächst die sehr niedrigen Einstellungen für die Grafik und damit auch „konstant“ für die dynamische Auflösungsskalierung. So gibt es nur 14 FPS, womit das Spiel kaum spielbar ist und auch schlecht aussieht. Mit niedrigen Einstellungen sind es 11 FPS und auf mittleren Einstellungen dann noch 7 FPS. Für dieses Spiel ist der Mini-PC primär durch seine Grafik limitiert, wobei die CPU-Auslastung bei 10 bis 25 Prozent liegt.

Obwohl das System über eine NPU verfügt, können wir leider keine Benchmarkergebnisse hierzu liefern. Das liegt daran, dass unser Benchmark Procyon die NPU einfach nicht erkennt, trotz neuester AMD-Treiber. Da die NPU vorwiegend im Hintergrund agiert und nur in Sonderfällen aktiv vom Nutzer verwendet wird, dürften Ergebnisse weniger interessant und Leistungsunterschiede im Alltag auch nicht groß spürbar sein.

Verbrauch: Wie hoch ist die Leistungsaufnahme des Geekom A7 Max?

Im Idle verbraucht das System 7 bis 12 W. Bei voller Systemauslastung steigt der Verbrauch auf bis zu 92 W, fällt dann erst auf 80 W und anschließend auf dauerhafte 69 W ab. Dabei liegen die Taktraten bei maximal 4,5 GHz, dann nur noch 4,0 GHz und im Anschluss konstant bei 3,7 GHz. Die GPU taktet maximal mit 2,37 GHz und über längere Dauer konstant mit 2,0 GHz. Der Verbrauch ist dabei üblich, wobei moderne Systeme eben noch einmal eine höhere Leistung bei diesen Verbrauchswerten erzielen.

Lüfter: Wie laut ist der Geekom A7 Max?

Ohne Last ist der Mini-PC lautlos und der Lüfter steht oder dreht nur sehr langsam. Unter Volllast nimmt er dann aber Fahrt auf, wobei wir mit dem Smartphone bis zu 34 dB(A) direkt am Gehäuse und 20 dB(A) in einem Meter Entfernung messen. Damit ist das System dennoch erstaunlich leise – insbesondere gemessen an der Leistung.

Geekom A7 Max – Wärmeverteilung am Gehäuse

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Auch die Temperatur bleibt völlig im Rahmen: Bei längerer Volllast messen wir maximal 79 Grad bei der CPU und 67 Grad an der GPU. Das sind sehr gute Werte, hier haben wir gerade bei der kleineren Version dieses Metallgehäuses von Geekom auch schon große Negativ-Überraschungen erlebt. Die etwas geringere Leistung kompensiert der Mini-PC offenbar durch niedrige Betriebsgeräusche und -temperaturen.

Im BIOS gibt es eine Einstellung für den Leistungsmodus, womit indirekt auch das Lüfterprofil beeinflusst wird. Es sind die Werte „Quiet“, „Normal“ und „Performance“ verfügbar, wobei standardmäßig „Normal“ eingestellt ist.

Software: Welches Betriebssystem ist auf dem Geekom A7 Max installiert?

Auf dem Geekom A7 Max ist Windows 11 Pro vorinstalliert. Ein vollständiger Virenscan mit dem Windows Defender bleibt auch bei diesem Mini-PC ohne Befund.

Das System verzichtet zudem auf jegliche Bloatware mit Ausnahme der Microsoft-Apps und -Dienste.

Zur Installation von Linux, genauer Ubuntu 24.04.3, müssen wir zuerst über das erweiterte Startmenü von Windows in das BIOS gelangen. Dort deaktivieren wir Secureboot und booten auf unseren USB-Stick mit Ventoy, von dem wir Ubuntu starten. In Ubuntu angelangt, sehen wir direkt, dass die Bildschirmauflösung korrekt erkannt wurde. Des Weiteren funktionieren Audio, Bluetooth, WLAN und Ethernet problemlos. Auch das Aufwecken funktioniert auf Anhieb, womit sich das Gerät also sehr gut für den Betrieb mit Linux eignet.

Gehäuse: Wie ist die Verarbeitung des Geekom A7 Max?

Das Gehäuse des Geekom A7 Max misst 135 × 133 × 45,9 mm und ist nahezu vollständig aus Metall gefertigt. Nur auf der Unterseite gibt es eine Abdeckung aus Kunststoff. Seitlich hat das Gehäuse Aussparungen für einen besseren Luftaustausch, die warme Abluft wird auf der Rückseite abgeführt. Die Verarbeitung ist tadellos und das Gerät macht einen hochwertigen Eindruck. Jeder Anschluss ist klar mit Logos und/oder möglicher Geschwindigkeit gekennzeichnet, was die Nutzung im Alltag noch einmal erleichtert.

Geekom A7 Max – Geöffnetes Gehäuse

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Zum Öffnen des Gehäuses nehmen wir die vier Gummifüße auf der Unterseite aus ihren Verankerungen heraus und lösen die darunterliegenden Kreuzschlitzschrauben. Anschließend können wir den Deckel entfernen und sehen eine Metallplatte mit Antennen für die Drahtloskommunikation. Diese Zwischenplatte ist wieder mit vier Schrauben befestigt, allerdings müssen wir beim Herausnehmen sehr darauf achten, nicht an den sehr kurz gehaltenen Kabeln zu ziehen. Andernfalls lösen sich die Stecker auf der PCIe-Steckkarte ungewollt, was im Zweifel auch zu einem Defekt führen kann.

Diesen Aufbau des Gehäuses halten wir für sehr wartungsunfreundlich, und die meisten anderen Hersteller machen es dem Nutzer deutlich leichter, die Komponenten zu warten. Erst dann haben wir Zugriff auf den RAM und den M.2-Steckplatz. Etwa für eine Reinigung des CPU-Lüfters müssen wir das gesamte Mainboard aus dem Gehäuse herausnehmen.

Preis: Was kostet der Geekom A7 Max?

Der Geekom A7 Max mit 16 GB RAM und 1 TB SSD kostet derzeit 769 Euro bei Amazon.

Fazit

Der Geekom A7 Max ist ein rundum solider Mini-PC. Er bietet mit zweimal USB4 Typ-C, zweimal 2,5-Gigabit-Ethernet und zahlreichen USB-A-Anschlüssen eine sehr gute Konnektivität. Zudem ist er auch unter Volllast nicht übermäßig laut oder heiß. Dafür ist er aber bei der Leistung, vor allem gegen den moderneren Standard-Chip Ryzen 7 8745HS oder auch 8745H, deutlich unterlegen – und das im gleichen Preissegment. Der A7 Max bietet zwar zusätzlich eine Eingangsstromversorgung via USB-C, das haben wir bei seinem wohl größten Konkurrenten Minisforum UM870 Slim aber auch schon gesehen.

Zum aktuellen Preis von 769 Euro ist der A7 Max aus unserer Sicht einfach zu teuer. Hier empfehlen wir, zu günstigerer, modernerer und damit zukunftssichererer Hardware wie dem UM870 Slim zu greifen. Erst wenn der A7 Max preislich unter den 870 Slim liegt, wird er aus unserer Sicht interessant.

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