Nahost: Kuwait schießt versehentlich drei US-Kampfjets ab

vor 2 Tage 5

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

IAEA-Chef: Keine Anzeichen für Atomwaffen-Programm in Iran 

Libanon verbietet Hisbollah militärische Aktivitäten 

Israel greift erneut Teheran an

Die SZ berichtet über die Eskalation im Nahen Osten

Roter Halbmond: Mehr als 550 Tote bei Angriffen in Iran 

Julia Daniel

Die Lage im Nahen Osten - ein Überblick

  • Seit Samstagmorgen greifen Israel und die USA Ziele in Iran aus der Luft an.
  • Bei den Angriffen wurden neben dem geistlichen Führer Irans, Ayatollah Ali Chamenei, auch der Chef der iranischen Streitkräfte und zwei weitere hochrangige Vertreter sowie Familienangehörige Chameneis getötet.
  • Iran reagiert mit Vergeltungsschlägen.
  • Die libanesische Hisbollah greift Israel an, Israel reagiert in der Nacht zu Montag mit Gegenangriffen.
  • Bei iranischen Angriffen auf Israel hat es in Tel Aviv und Bet Schemesch bei Jerusalem Tote und Verletzte gegeben. 
  • In Dubai, Abu Dhabi, Katars Hauptstadt Doha und Manama, der Hauptstadt von Bahrain, hat es Drohnenangriffe und Explosionen gegeben.
  • Der Flugverkehr im Nahen Osten ist weitgehend eingestellt.
  • Auch in Oman hat es Drohnenangriffe gegeben. Vor der Küste des Golfstaates, in der Straße von Hormus, sind Öltanker angegriffen worden.

Julia Daniel

Abgestürzte US-Kampfflugzeuge über Kuwait: Absturzgrund war "friendly fire"

Laut einer Mitteilung des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos (Centcom) auf der Plattform X war der Grund für den Absturz von drei US-amerikanischen F-15E Flugzeugen der irrtümliche Beschuss verbündeter Truppen. Die kuwaitischen Truppen hätten die US-Kampfflugzeuge abgeschossen, heißt es in der Mitteilung weiter. Alle sechs Crewmitglieder hätten die Maschinen rechtzeitig verlassen können, seien aufgefunden worden und befänden sich in stabilem Zustand. Kuwait hätte das "friendly fire" zugegeben. Die USA seien Kuwait dankbar für dessen Unterstützung in der laufenden Militäraktion gegen Iran. Der Vorfall werde weiterhin untersucht.

Julia Daniel

IAEA-Chef: Keine Anzeichen für Atomwaffen-Programm in Iran 

Aus Sicht der UN-Atomwächter hat es keine Anzeichen für ein Kernwaffen-Projekt in Iran gegeben. „Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen“, antwortete der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in einer Pressekonferenz in Wien auf eine entsprechende Frage einer Journalistin.

US-Präsident Trump hatte als Begründung für die jüngsten Angriffe auf Iran unter anderem behauptet, dass die Islamische Republik dabei sei, ihr Nuklearprogramm zur Entwicklung von Atomwaffen wieder aufzubauen. 

Grossi schloss aber nicht aus, dass die aktuellen Militärschläge auf politischen Erwägungen beruhten, oder auf weiteren Informationen zum iranischen Atomprogramm, die der IAEA nicht vorlägen. Angesichts des Umfangs des Atomprogramms müssten IAEA-Inspektionen jedenfalls so bald wie möglich wiederaufgenommen werden, betonte Grossi.

Julia Daniel

Libanon verbietet Hisbollah militärische Aktivitäten 

Die libanesische Regierung hat die militärischen Aktivitäten der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz für illegal erklärt. Das kündigte Ministerpräsident Nauaf Salam in einer Fernsehansprache an. Damit verändert sich der Status der Gruppe von einer teilweise geduldeten Widerstandsbewegung zu einer verbotenen Organisation.

Salam betonte mit Blick auf den jüngsten Beschuss der Hisbollah auf Israel, dass Raketenangriffe vom libanesischen Staatsgebiet eine Verletzung von Waffenruheabkommen und Regierungsentscheidungen darstellen. „Der Staat lehnt jede militärische Aktion von seinem Territorium aus entschieden ab“, sagte er. Die Entscheidung über „Krieg und Frieden“ liege ausschließlich beim Staat. Das Armeekommando wurde angewiesen, den Entwaffnungsplan sofort voranzutreiben, insbesondere die Beschlagnahme von Waffen nördlich des Litani River. Seit November 2024 gilt eigentlich eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah, die beide Seiten aber regelmäßig missachten. 

Julia Daniel

Israel greift erneut Teheran an

Auch an diesem Montag melden iranische Medien mehreren Explosionen in der Hauptstadt. Fast zeitgleich kündigt Israel neue Angriffe auf Teheran an. 

Gestützt auf Geheimdienstinformationen ziele der Angriff „im Herzen von Teheran“ auf Sicherheitseinrichtungen des Landes, teilte das Militär mit. Zuvor hatte ein Sprecher bekanntgegeben, dass zwei Mitarbeiter des iranischen Geheimdienstministeriums getötet worden seien, darunter ein für Israel zuständiger Beamter.

Augenzeugen in Teheran bestätigten schwere Bombardierungen in der Stadtmitte. Sie sollen sich in der Nähe des Parlaments ereignet haben. Auch im Norden der Millionenmetropole mit ihren rund 15 Millionen Einwohnern wurden Raketeneinschläge beobachtet. 

Julia Daniel

Iranischer Diplomat: Atomanlage Natans angegriffen 

Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf Iran ist nach Angaben eines hochrangigen iranischen Diplomaten die wichtige Atomanlage in Natans angegriffen worden. Wie Resa Nadschafi, Teherans Vertreter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien, vor Journalisten sagte, erfolgte die Attacke am Sonntag.

Kurz zuvor hatte IAEA-Chef Rafael Grossi in einer Sondersitzung des IAEA- Gouverneursrates berichtet, dass es im Zuge der jüngsten israelischen und US-amerikanischen Angriffe keine Anzeichen auf Treffer oder Schäden an Atomanlagen Irans gebe.
 
Israel und die Vereinigten Staaten hatten bereits im vergangenen Sommer Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert und schwer beschädigt – darunter auch Natans, wo eine Anlage zur Anreicherung von Uran steht. Die Technologie kann zur Herstellung von Reaktor-Brennstoff oder auch Atomwaffen genutzt werden – Teheran bestreitet aber, solche Waffen zu entwickeln. 

Dominik Fürst

Julia Daniel

Roter Halbmond: Mehr als 550 Tote bei Angriffen in Iran 

Bei den Angriffen Israels und der USA sind in Iran nach Angaben des Roten Halbmonds mindestens 555 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100 000 Rettungskräfte seien landesweit im Einsatz, hieß es in einer Mitteilung der humanitären Organisation in Iran. Mehr als 130 Landkreise seien vom Krieg betroffen.

Seit Samstag greifen Israel und die USA Hunderte Ziele in Iran an. Bei den Luftangriffen seien mehr als 2000 Ziele attackiert worden, hieß es in einer Analyse des Critical Threats Project (CTP), das von den in Washington ansässigen Denkfabriken Institute for the Study of War (ISW) und American Enterprise Institute betrieben wird. 

Julia Daniel

US-Kampfflugzeuge in Kuwait abgestürzt 

Im Golfstaat Kuwait sind nach dortigen offiziellen Angaben mehrere US-Militärflugzeuge abgestürzt. Die Besatzungen hätten überlebt, teilte ein Sprecher des kuwaitischen Verteidigungsministeriums mit. Zu den Absturzursachen machte der Sprecher keine Angaben.

Kuwaits Behörden hätten die Besatzungsmitglieder der US-Flugzeuge entdeckt und ins Krankenhaus gebracht. Ihr Zustand sei stabil, teilte der Sprecher der Staatsagentur Kuna zufolge mit. Man stimme sich direkte mit den US-Truppen im Land ab über die Umstände des Vorfalls, dessen Hintergründe nun untersucht würden.
 
In sozialen Medien kursierten mehrere Videos, die einen der Vorfälle zeigen sollen. Der Pilot des Kampfjets vom Typ F-15 sowie ein Waffenoffizier sollen sich örtlichen Berichten zufolge rechtzeitig aus der Maschine befreit haben. Weitere Videos sollen auch zeigen, wie Anwohner einen US-Kampfpiloten im Kofferraum ihres Autos in Sicherheit bringen. Bilder vom Absturzort zeigen auch einen Fallschirm.

Der US-Nachrichtensender CNN lokalisierte die Videos und berichtete, der Absturz habe sich wenige Kilometer vom US-Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salam entfernt ereignet. Es handle sich um ein Kampfflugzeug des Typs F-15 oder F/A-18. Allerdings hätten auch Kuwaits Streitkräfte solche Flugzeuge im Einsatz.

Das US-Militär, das in dem kleinen Staat am Persischen Golf rund 13 500 Truppen stationiert hat, äußerte sich zunächst nicht. Unklar war auch, ob es sich um einen Unfall, einen Abschuss etwa durch eine iranische Rakete oder um versehentlichen Beschuss durch eigene Truppen handelte.

Kuwait gerät seit der Tötung von Irans oberstem Führer Ali Chamenei ähnlich wie die anderen Golfstaaten unter Beschuss. Iran griff infolge der amerikanisch-israelischen Angriffe Einrichtungen des US-Militärs in der Golfregion an.

Berichten zufolge soll auch an der US-amerikanischen Botschaft in Kuwait ein Feuer ausgebrochen sein. An dem Gebäude steige Rauch auf, berichteten Augenzeugen der Deutschen Presse-Agentur. „Es gibt eine anhaltende Bedrohung durch Raketen und Drohnen über Kuwait. Kommen Sie nicht zur Botschaft“, teilte die US-Botschaft im Land mit. Landsleute wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben und wachsam zu bleiben wegen möglicher Angriffe im Land. Die Luftabwehr von Kuwait habe mehrere „feindliche Drohnen“ abgefangen, teilte der Zivilschutz der Staatsagentur Kuna zufolge mit. Verletzte habe es nicht gegeben und die Sicherheitslage im Land sei „stabil“, hieß es.

Nadja Lissok

Drohneneinschlag auf britischem Militärstützpunkt in Zypern

Die britische Luftwaffenbasis Akrotiri in Zypern ist in der Nacht zum Montag Behörden zufolge ​von einer Drohne getroffen worden. Der Angriff habe begrenzten ⁠Schaden verursacht, aber keine Verletzten gefordert, teilten die zyprischen Behörden und das ​britische Verteidigungsministerium mit. ​Nach Informationen aus verschiedenen Quellen ‌habe es sich um ‌eine unbemannte Drohne gehandelt, erklärte ein Sprecher der zyprischen Regierung. Die britische Militärverwaltung ​rief die ​Anwohner in der Umgebung von ​Akrotiri nach dem Drohneneinschlag dazu auf, bis auf Weiteres in ihren Häusern zu bleiben. 

Wer die Drohne abgefeuert hat, ist unklar. Das Vereinigte Königreich beteiligt sich nach eigenen Angaben im Nahen Osten an einem defensiven Militäreinsatz gegen Iran. Verteidigungsminister John Healey zufolge schießen britische Flugzeuge Drohnen und Raketen ab, wenn sie diese sehen. Die Einheiten starten demnach unter anderem in Bahrain und in Zypern. Großbritannien unterhält dort zwei Stützpunkte. 

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sicherte den Mitgliedstaaten Unterstützung zu. Auch wenn die Republik Zypern nicht das Ziel gewesen sei, stehe die EU angesichts jeder Bedrohung "gemeinsam, fest und unmissverständlich" an der Seite ihrer Mitglieder, schreibt von der Leyen auf X, nachdem sie mit dem zyprischen Präsidenten telefoniert hat. 

Derweil bereitet Großbritannien die Evakuierung seiner Bürger aus dem Nahen Osten vor. Schätzungsweise 300 000 Briten hätten ihre Anwesenheit in der Region registriert, sagt Außenministerin Yvette Cooper dem Sender Sky News. Die Regierung arbeite an verschiedenen Optionen. Es gehe um Zusammenarbeit mit der Reisebranche und vom Staat organisierte Evakuierungen. Zudem seien Eingreiftruppen in die Region entsandt worden. 

Am Sonntag hatte Zyperns Regierung Berichte noch zurückgewiesen, wonach iranische Raketen in Richtung der Mittelmeerinsel abgefeuert worden seien. Verteidigungsminister Healey hatte vor der Gefahr „zunehmend wahlloser iranischer Vergeltungsangriffe“ gewarnt. 

Israel bombardiert nach Hisbollah-Angriff Ziele in ganz Libanon

Das israelische Militär greift nach eigenen Angaben Ziele der Hisbollah in ganz Libanon an. Zuvor hatte die radikal-islamische Miliz Raketen und Drohnen auf Israel abgefeuert, was dem israelischen Militär zufolge einen Raketenalarm im Norden Israels auslöste. Die Hisbollah bezeichnete den Angriff als Vergeltung für die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei bei einem israelischen Luftangriff am Samstag in Irans Hauptstadt Teheran. Das teilte die von Iran unterstützte Miliz in der Nacht mit. Kurz darauf begann die israelische Armee nach eigenen Angaben Stellungen der Hisbollah im nördlichen Nachbarland zu bombardieren. 

Augenzeugen berichteten von Explosionen auch in südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut, einer Hochburg der Schiiten-Milz. Bei den Angriffen sollen bereits Dutzende Menschen getötet worden sein. Wie das libanesische Gesundheitsministerium am Morgen mitteilte, kamen nach vorläufigen Angaben nahe Beirut sowie im Süden des Landes mindestens 31 Menschen ums Leben. 149 weitere Menschen seien verletzt worden. 

Man werde gegen die Entscheidung der Hisbollah, sich an den iranischen Gegenangriffen zu beteiligen, vorgehen und nicht zulassen, dass die Miliz eine Bedrohung für den Staat Israel darstellt, teilte die israelische Armee mit. Sie fing kurz zuvor nach eigenen Angaben ein Geschoss der Hisbollah ab, mehrere andere seien in offenem Gelände niedergegangen.

Es ist das erste Mal seit Beginn einer Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel im November 2024, dass die von Iran unterstützte Schiiten-Miliz Israel mit Raketen angegriffen hat. Nach den jüngsten amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran hatte die Miliz den Verbündeten in Teheran ihre Solidarität zugesagt. Die USA und Israel würden von der Konfrontation „nichts außer Versagen ernten“, teilte das Medienbüro der Organisation mit.

Die Folgen der „verräterischen Gewalt“ der USA und Israels würden sich auf die gesamte Region auswirken, erklärte die Miliz. Sie gilt als einer der stärksten nicht staatlichen Akteure weltweit. Auch nach dem jüngsten Krieg mit Israel, in dem die Miliz stark geschwächt wurde, soll sie noch über Zehntausende Kämpfer und große militärische Fähigkeiten verfügen. Seit Monaten gibt es einen Konflikt über die Frage, ob und wie die Hisbollah ihre Waffen abgeben soll.

Julia Daniel

USA und arabische Staaten verurteilen Angriffe Irans 

Die USA und eine Gruppe arabischer Staaten haben die iranischen Gegenangriffe in der Region verurteilt. „Die Maßnahmen der Islamischen Republik stellen eine gefährliche Eskalation dar, die die Souveränität mehrerer Staaten verletzt und die regionale Stabilität gefährdet“, erklärte das US-Außenministerium. Der gemeinsamen Erklärung hatten sich demnach auch Bahrain, Jordanien, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate angeschlossen.

Die Angriffe seien ungerechtfertigt und hätten sich gegen zivile Ziele gerichtet, hieß es. Die USA und ihre Partner bekräftigen in der Erklärung ihren Zusammenhalt und pochen auf ihr Recht, sich und ihr Territorium zu verteidigen.

Julia Daniel

Iran schließt Verhandlungen mit den USA aus 

Der iranische Sicherheitschef Ali Laridschani schließt Verhandlungen mit den USA aus. Teheran werde nicht mit Washington verhandeln, erklärte Laridschani am Montag auf der Plattform X. Er reagierte damit auf einen Bericht, wonach Iran versuche, die Verhandlungen wiederzubeleben. 

Omans Außenminister Badr al-Bussaidi sprach nach den Gesprächen auf X von „bedeutenden Fortschritten“ in den Verhandlungen. Eigentlich sollte es in Wien Gespräche auf technischer Ebene geben. Dazu wird es nun allem Anschein nach nicht mehr kommen. Denn trotz der laufenden Verhandlungen griffen die USA gemeinsam mit Israel Iran am Samstagmorgen an.

USA: Binnen 24 Stunden 1000 Ziele in Iran angegriffen

Das US-Militär hat in den ersten 24 Stunden seiner Angriffe in Iran nach eigenen Angaben mehr als 1000 Ziele angegriffen. Dazu gehörten unter anderem das Hauptquartier der Revolutionsgarden, Luftabwehrsysteme, Kriegsschiffe, U-Boote, militärische Kommunikationseinrichtungen, Kommandozentren sowie Stellungen mit ballistischen Raketen. Das teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des Militärs (Centcom) mit.

Es gehe bei den Angriffen darum, Irans Sicherheitsapparat unbrauchbar zu machen. Höchste Priorität werde Zielen eingeräumt, die eine unmittelbare Bedrohung darstellten, erklärte Centcom. Die Bilanz auf der Webseite des US-Militärs bezog sich auf die ersten 24 Stunden der Angriffe, also bis einschließlich Sonntagmorgen. Seither gab es zahlreiche weitere Angriffe durch das israelische und das amerikanische Militär.

Bei den Einsätzen der ersten 24 Stunden kamen demnach unter anderem eine ganze Reihe Kampfflugzeuge zum Einsatz (darunter die Typen F-18, F-16, F-22, F-35, A-10) genauso wie Flugzeuge zur Luftraumüberwachung, Tankflugzeuge, Tarnkappenbomber, Drohnen, Flugzeugträger, Zerstörer und U-Boote sowie Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars. Zudem seien Luftabwehrsysteme der Typen Patriot und THAAD im Einsatz gewesen. Letzteres dient vor allem zum Abfangen ballistischer Raketen.

Miliz in Irak: Haben US-Truppen in Bagdad angegriffen

Eine mit Iran verbündete Miliz in Irak hat nach eigenen Angaben einen Stützpunkt der US-Truppen in der Hauptstadt Bagdad angegriffen. Sie habe heute am frühen Morgen den US-Stützpunkt in der Nähe des Flughafens mit einer Drohne angegriffen, teilte Saraja Aulija al-Dam mit. Es handle sich dabei um eine "Vergeltung für den getöteten Anführer Ali Chamenei" und eine "Unterstützung" für Iran. Eine Bestätigung von offizieller irakischer Seite oder vom US-Militär gibt es nicht.

Saraja Aulija al-Dam ist eine kleinere Miliz, die seit einigen Jahren in Irak auf sich aufmerksam machte vor allem mit Angriffen auf US-Truppen und -Konvois in Irak. Sie hat Verbindungen zu den sogenannten Volksmobilisierungseinheiten (PMU), einem einflussreichen Netzwerk aus schiitischen bewaffneten Gruppen, von denen viele von Iran unterstützt werden und die in Irak großen Einfluss haben.

In Bagdad kam es nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ayatollah Chamenei am Sonntag bereits zu Protesten am Regierungsviertel mit der US-Botschaft. Hunderte versammelten sich am Eingang zur sogenannten Grünen Zone, ehe Sicherheitskräfte die Menge gewaltsam auflösten. Laut Augenzeugen setzten die Sicherheitskräfte dabei Schlagstöcke, scharfe Munition, Tränengas und Wasserwerfer ein. Die US-Botschaft rief Landsleute in Irak zu großer Vorsicht auf.

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