Russland hat die Ukraine beschuldigt, einen russischen LNG-Frachter vor der libyschen Küste angegriffen zu haben. Die »Arctic Metagaz« ist im Mittelmeer in Brand geraten. In sozialen Netzwerken kursieren Bilder, auf denen eine Explosion zu sehen ist. Die libysche Küstenwache teilte mit, das Schiff sei nach einer »plötzlichen Explosion« und einem anschließenden »enormen Brand« im Mittelmeer zwischen Libyen und Malta gesunken.
Um Sanktionen zu umgehen, setzt Russland auf eine Schattenflotte aus Schiffen, die Flüssiggas transportieren. Das russische Verteidigungsministerium warf der Ukraine vor, den LNG-Frachter mit einer Marinedrohne attackiert zu haben. Bestätigt ist das jedoch nicht. Laut maltesischen Behördenangaben wurde die Besatzung wohlbehalten in einem Rettungsboot gefunden.
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Die Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte sind oft heruntergekommene und unterversicherte Tanker, die unter der Flagge von Staaten wie Gambia, Panama oder den Komoren russisches Rohöl in Länder wie China oder Indien transportieren.
In den Zielländern wird das Öl aufbereitet, anschließend auf den internationalen Märkten verkauft. Auf dem Papier stammt der Rohstoff dann nicht mehr aus Russland und fällt damit nicht unter internationale Sanktionen. Frankreich schätzt die Größe der Flotte mittlerweile auf 1000 bis 1200 Schiffe, wovon 650 bis 700 mit Sanktionen belegt sind.
Die Schiffe der Schattenflotte stehen außerdem im Verdacht, unterseeische Infrastruktur westlicher Staaten wie Strom- und Datenkabel oder Gaspipelines absichtlich zu beschädigen. Der unter der Flagge der Cookinseln fahrende Tanker »Eagle S« soll am ersten Weihnachtsfeiertag 2024 mehrere Kabel zwischen Estland und Finnland mit seinem Anker gekappt haben.
Die EU warnt zudem schon länger davor, dass Schiffe der Schattenflotte als Plattform für den Start von Drohnen für Stör- oder Spionageangriffe genutzt werden können.
Tracking abgeschaltet
Die »Arctic Metagaz«, gegen die US- und UK-Sanktionen verhängt wurden, hatte ihre Position zuletzt am Montag gemeldet – vor der Küste Maltas –, wie aus Schiffsdaten der Tracking-Plattform MarineTraffic hervorgeht. Zuletzt hatte das Schiff laut Berichten sein automatisches Identifizierungssystem (AIS) jedoch deaktiviert, wahrscheinlich um Sanktionen zu umgehen. Laut dem Portal gCaptain transportiert die »Arctic Metagaz« sanktioniertes Flüssiggas von der russischen Anlage Arctic LNG 2 bei Murmansk nach China.
Maltesische Sicherheitskräfte erklärten, sie hätten eine Notmeldung zu dem Schiff erhalten und es geortet, ohne nähere Angaben zum Zustand des Schiffes zu machen.
Im November hatte die Ukraine zwei Tanker der russischen Schattenflotte im Schwarzen Meer angegriffen. Ob auch die »Arctic Metagaz« von einer ukrainischen Drohne getroffen und in Brand gesetzt worden sein könnte, wie von Russland behauptet, ist jedoch bisher nicht bewiesen. Eine Stellungnahme seitens der Ukraine gibt es bisher nicht.
Der in Russland ansässige Manager des Schiffes, LLC SMP Techmanagement, hat bisher ebenfalls nicht auf Anfragen und Bitten um eine Stellungnahme reagiert, auch nicht der russische LNG-Produzent Novatek.
Die Hintergründe zu den Tankern der Schattenflotte und den Gefahren, die von ihnen für Nord- und Ostsee ausgehen, lesen Sie hier.

vor 6 Stunden
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