Jakob Müller
Hauptstadtbüro

USA haben Iran laut Rubio nicht wegen Israel angegriffen
Nach den Worten von US-Außenminister Marco Rubio wurde der Angriff auf Iran zum Schutz von Sicherheitsinteressen der USA gestartet – und nicht wegen des Agierens von Israel. Es sei nicht mehr darum gegangen, ob die USA angreifen, sondern nur noch um den Zeitpunkt, sagte Rubio, bevor er und weitere Vertreter der US-Regierung den Kongress über den Krieg mit Iran informierten.
»So oder so musste es passieren«, das habe er bereits am Montag gesagt, seine Aussage sei aber nicht korrekt wiedergegeben worden. Rubio und hatte zuvor das Vorgehen Israels in den Fokus gerückt. »Wir wussten, dass dies einen Angriff auf die amerikanischen Streitkräfte auslösen würde«, führte er aus. Die USA seien deshalb zu dem Schluss gekommen, dass sie mehr Verletzte und Tote hinnehmen müssten, wenn sie unter diesen Umständen nicht »präventiv« gegen Iran vorgegangen wären.
Nun betonte Rubio, die Entscheidung zum Krieg habe allein Präsident Donald Trump getroffen. »Seine Entscheidung lautete, dass es Iran nicht gestattet sein würde, sich hinter seinem Programm für ballistische Raketen zu verstecken.« Zudem dürfe Iran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen.
Der parteilose Senator Angus King kritisierte Rubio für dessen Begründung. Für King habe es gewirkt, als habe Rubio in seiner früheren Aussage zur Rolle Israels »unabsichtlich die Wahrheit gesagt«.
Irankrieg laut BDI keine unmittelbare Gefahr für Konjunktur
Die deutsche Industrie sieht wegen des Irankriegs vorerst keine unmittelbare Gefahr für die konjunkturelle Erholung in Deutschland. Wolfgang Niedermark vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sagte, der Krieg habe die Weltmarktpreise für Rohöl und Gas bereits merklich erhöht. »Dies kann auch in Deutschland preiserhöhend wirken, wird die konjunkturelle Erholung in Deutschland und Europa jedoch voraussichtlich nicht gefährden.«
Nach Jahren der wirtschaftlichen Schwächephase wird in diesem Jahr in Deutschland ein leichtes Wirtschaftswachstum erwartet. Der BDI erwarte bei der Öl‑ und Gasversorgung keine unmittelbaren Engpässe in Europa. Auch aus Sicht von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gibt es kurzfristig keine Versorgungsprobleme in Deutschland.
Iran hat nach den Angriffen der USA und Israels den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. »Eine langfristige Sperrung oder Beeinträchtigung dieses Seeweges hätte erhebliche Auswirkungen auf Lieferketten und Preise«, so Niedermark. Für die deutsche Industrie seien Erdgas und Strom zentral. Öl spiele als Produktionsfaktor eine vergleichsweise kleine Rolle und sei vor allem als Kraftstoff‑Vorprodukt relevant. »Die Verwundbarkeit liegt daher primär bei Energie‑ und Transportkosten, nicht bei der physischen Verfügbarkeit.«
Syrien schickt zusätzliche Soldaten an libanesische Grenze
Syrien hat seine Grenze zum Libanon mit Raketeneinheiten und Tausenden Soldaten verstärkt. Dies geschehe zum Schutz und zur Kontrolle der Grenzen angesichts des eskalierenden regionalen Konflikts, erklärte das syrische Verteidigungsministerium am Mittwoch. Entsandt wurden demnach Infanterieeinheiten, gepanzerte Fahrzeuge sowie Kurzstreckenraketenwerfer, betroffen waren die Grenzregionen im westlichen Homs und südlich von Tartus. Ein syrischer Offizier erklärte, die Maßnahme ziele darauf ab, Waffen- und Drogenschmuggel zu verhindern sowie die von Iran unterstützte libanesische Hisbollah und andere Kämpfer an der Infiltration Syriens zu hindern.
Die syrischen Militärs dementierten Pläne für eine Militäraktion gegen Nachbarländer. Ein syrischer Sicherheitsvertreter sagte jedoch, Damaskus sei bereit, »mit jeder Sicherheitsbedrohung für sich selbst oder seine Partner umzugehen«. Israel und die Hisbollah attackieren sich nach Ausbruch des Irankriegs wieder gegenseitig. Zehntausende Libanesen sind bereits vor israelischen Luftangriffen geflohen, viele davon in Richtung Syrien.
Feiern in Zeiten des Kriegs
Trotz täglicher Raketenangriffe aus Iran begehen einige Israelis ausgelassen das jüdische Purim-Fest. In öffentlichen Bunkern werden regelrechte Purim-Partys gefeiert: Kinder verkleiden sich als Spiderman, Prinzessin oder Polizist und Erwachsene tanzen zu Musik. Beim Purim-Fest soll an die Rettung der jüdischen Gemeinschaft im antiken Persien erinnert werden. Eindrücke in Bildern:
Elfjährige stirbt durch herabfallende Trümmer in Kuwait
In Kuwait ist ein elf Jahre altes Mädchen von herabfallenden Trümmern tödlich verletzt worden. Wiederbelebungsversuche der Rettungskräfte blieben erfolglos: Sie wurde wenig später in einem Krankenhaus in Kuwait-Stadt für tot erklärt, wie das Gesundheitsministerium bei X mitteilte. Es machte keine genauen Angaben zur Art der Trümmer, die das Mädchen getroffen hatten.
Zuletzt kam es aufgrund des Abschusses iranischer Drohnen und Raketen durch die Flugabwehr zu mehreren Zwischenfällen mit herabfallenden Trümmern. Am frühen Morgen etwa erklärte das Verteidigungsministerium, die Flugabwehr habe im kuwaitischen Luftraum feindliche Ziele abgeschossen. Dabei habe es aufgrund herabfallender Trümmer Schäden und Verletzte gegeben. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.
Iran nimmt bei seinen Gegenangriffen unter anderem Länder in der Golfregion ins Visier, in denen es US-Militärstützpunkte gibt. Einen Überblick dazu finden Sie hier in Karten und Grafiken.
Bericht über mehrere Todesopfer im Libanon
Bei einem israelischen Luftangriff auf ein vierstöckiges Wohngebäude in der ostlibanesischen Stadt Baalbek sind mehrere Menschen getötet worden: Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Demnach arbeiten Einsatzkräfte derzeit daran, Familien aus den Trümmern des Gebäudes zu befreien.
Iranische Rakete trifft US-Stützpunkt in Katar
Eine aus Iran abgefeuerte ballistische Rakete hat den auch vom US-Militär genutzten Stützpunkt Udeid in Katar getroffen. Dabei sei niemand verletzt worden, erklärte das Verteidigungsministerium in Doha bei X. Die Behörde machte keine Angaben zum genauen Einschlagsort der Rakete oder möglichen Schäden. Eine zweite ballistische Rakete aus Iran sei von der Flugabwehr abgefangen worden.
Udeid am Rande der katarischen Hauptstadt Doha gilt als »Nervenzentrum« der US-Luftwaffe im Nahen Osten (mehr dazu hier). Der Stützpunkt wird auch von katarischen und britischen Streitkräften genutzt.
Iran hatte Udeid bereits im vergangenen Jahr als Vergeltungsschlag für das US-Bombardement iranischer Atomanlagen angegriffen. Die iranischen Streitkräfte erklärten auch am Samstag nach Beginn der US-israelischen Angriffe, sie hätten Raketen auf den Stützpunkt in Katar abgefeuert.
Kanadas Premier nennt Irankrieg »ein weiteres Beispiel für das Versagen der internationalen Ordnung«
Der kanadische Premierminister Mark Carney ist gerade zu Besuch im australischen Sydney. Dort ruft er nun zu einer Entschärfung des Irankriegs auf: »Kanada fordert eine rasche Deeskalation der Kampfhandlungen und ist bereit, bei dem Erreichen dieses Ziels zu helfen«, sagt er und nennt den Krieg »ein weiteres Beispiel für das Versagen der internationalen Ordnung«.
Es sei zwar bedauerlich, dass internationale Bemühungen nicht zu einer Entwaffnung Irans geführt hätten. Zugleich sagt Carney, dass »die USA und Israel gehandelt haben, ohne die Vereinten Nationen einzubeziehen oder sich mit ihren Verbündeten, einschließlich Kanada, abzustimmen«. Das Völkerrecht sei »für alle Kriegsteilnehmer bindend«.
- Mehr Hintergründe hier: Wie sich Politiker zu den Angriffen auf Iran äußern – und was Völkerrechtler dazu sagen
USA signalisieren Schutz für Tanker – Ölpreise steigen weniger schnell
US-Präsident Donald Trump will den von Iran bedrohten Schiffsverkehr in der Straße von Hormus absichern – auch mit der eigenen Marine. »Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren«, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Zudem habe er die zuständige Behörde für Entwicklungsfinanzierung DFC angewiesen, Risikoversicherungen und Garantien für den gesamten Seehandel in der Region anzubieten. Die Maßnahmen sollen eine mögliche Energiekrise wegen des Irankriegs verhindern.
Trumps Ankündigung dämpfte den Anstieg der Ölpreise. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent hatte am Dienstag zwischenzeitlich 85,54 US-Dollar gekostet – der höchste Stand seit Juli 2024. Später sank der Preis für diese Sorte auf 80,26 Dollar. Das waren 2,52 Dollar mehr als am Vortag und gut 7 Dollar mehr als zu Beginn des Irankriegs.
Angebliche Spione der Revolutionswächter in Katar gefasst
Sicherheitsbehörden in Katar haben zehn angebliche Spione der iranischen Revolutionswächter festgenommen. Sieben von ihnen hätten den Auftrag gehabt, Informationen über die militärische Infrastruktur des Golfstaats zu sammeln, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur QNA. Drei weitere sollten demnach Sabotageakte verüben und waren im Umgang mit Drohnen geschult. Sie hätten ihre Verbindung zu der iranischen Elitestreitmacht eingeräumt.
Im Zuge der US-israelischen Angriffe auf Iran sind auch Golfstaaten wie Katar ins Visier des iranischen Militärs geraten. Seit Samstag feuerte Iran nach Angaben der Regierung in Doha mehr als hundert ballistische Raketen sowie zahlreiche Drohnen auf Katar ab. Auch der internationale Flughafen in Doha, eines der wichtigsten Drehkreuze in der Region, war demnach Ziel der Angriffe. Die Regierung Katars warf der iranischen Führung vor, nicht nur militärische Ziele, sondern auch lebenswichtige zivile Infrastruktur zu attackieren.
- Mehr Hintergründe hier: Die Golfstaaten standen für Luxus. Jetzt sind sie ein Angriffsziel
Leseempfehlung: Den USA und den Golfstaaten gehen die Abfangraketen aus
Besonders den Golfstaaten mangelt es an Abfangraketen, auch bei Amerikanern und Israelis werden sie knapp – und das vier Tage nach Kriegsbeginn. Offenbar wurden die Golfstaaten von der Vehemenz der iranischen Reaktion auf den Angriff der USA und Israels überrascht. Laut einem Bericht von »Bloomberg« hat Katar noch Patriot-Raketen für vier Tage übrig, in Bahrain dürfte die Lage in Anbetracht der ohnehin kleinen Luftverteidigung ähnlich schlecht stehen. Hilfe könnte ausgerechnet aus Europa kommen. Mehr dazu lesen Sie hier.
Israelische Armee: Unterirdische Atomanlage in Iran angegriffen
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine unterirdische Atomanlage in Iran attackiert. Der israelische Militärgeheimdienst habe die Aktivitäten der Wissenschaftler weiter verfolgt und ihren neuen Standort lokalisiert, »sodass ein präziser Angriff auf die geheime unterirdische Anlage möglich war«, erklärte die israelische Armee am Dienstag. Sie veröffentlichte eine Karte, auf der die Anlage am östlichen Stadtrand von Teheran zu sehen ist.
An dem Standort habe »eine Gruppe von Atomwissenschaftlern heimlich an der Entwicklung einer Schlüsselkomponente für Atomwaffen« gearbeitet, hieß es weiter. Die Wissenschaftler hätten an dem unterirdischen Standort gearbeitet, nachdem Israel im Juni vergangenen Jahres im Zwölftagekrieg mehrere iranische Atomanlagen angegriffen hatte.
Damals hatten Israel mit den USA drei wichtige iranische Atomanlagen bombardiert. US-Präsident Donald Trump zufolge wurden die Anlagen Fordo, Natans und Isfahan in dem zwölf Tage dauernden Krieg vollständig zerstört, der wirkliche Umfang der Schäden ist aber nicht klar. Die Angriffe im Juni erfolgten mit dem erklärten Ziel, Teheran vom Bau einer Atombombe abzuhalten.
Israel meldet massive iranische Angriffe – Explosionen in Jerusalem
Iran hat Israel binnen 30 Minuten erneut mit zwei massiven Angriffswellen überzogen. Wie die israelische Polizei erklärte, gingen am späten Dienstagabend Meldungen über herabfallende Trümmerteile von Geschossen im Raum Tel Aviv ein. Polizisten und Experten für Bombenentschärfung seien im Einsatz, um die betroffenen Gebiete zu sichern und abzusperren. Nach Angaben von Rettungskräften wurde eine Frau von den Trümmerteilen leicht verletzt.
Wenige Minuten später meldete die israelische Armee eine zweite Raketenwelle aus Iran. Im Großraum Tel Aviv und im Zentrum Israels heulten die Luftalarm-Sirenen. Reporter berichteten von anschließenden Explosionen in Jerusalem. Ein Journalist in Netanja nördlich von Tel Aviv sah Raketen am Nachthimmel.
Khamenei wird in schiitischem Heiligtum beigesetzt
Der getötete ehemalige Oberste Führer Irans, Ali Khamenei, soll nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars in einem schiitischen Heiligtum in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden. Laut der Agentur, die den Revolutionswächtern nahesteht, soll Khameneis Beisetzung voraussichtlich hinter dem Schrein des achten schiitischen Imams Resa stattfinden. Das Mausoleum gilt als wichtigstes Heiligtum der Schiiten in Iran.
Zuvor ist laut Fars eine öffentliche Abschiedszeremonie in Teheran geplant. Details zum Ablauf und Zeitplan sollen später bekannt gegeben werden.
Maschhad, eine Millionenmetropole im Nordosten des Landes, ist die zweitgrößte Stadt in Iran. Khamenei war dort am 19. April 1939 geboren worden. Er starb bei einem israelischen Luftangriff am 28. Februar in Teheran. Einen Nachruf lesen Sie hier.
Feuer nach »Drohnenvorfall« an US-Konsulat in Dubai
Das US-Konsulat in Dubai wurde von einer mutmaßlich iranischen Drohne getroffen. Der US-Sender CNN konnte Videos verifizieren, die eine schwarze Rauchwolke zeigen, die über dem Konsulatsgebäude aufsteigt und aus großer Entfernung sichtbar ist. In einem Beitrag auf X gab das Medienbüro von Dubai später bekannt, dass das durch einen »Drohnenvorfall« verursachte Feuer gelöscht und niemand verletzt worden sei.
Die US-Botschaft im Land hatte zuvor bereits dazu aufgerufen, wegen der Gefährdung keineswegs zur Botschaft oder dem Konsulat zu kommen. Die iranischen Angriffe in den Vereinigten Arabischen Emiraten dauern auch am vierten Tag des Kriegs an. Insgesamt habe sich die Lage aber beruhigt, sagten Augenzeugen der Nachrichtenagentur dpa. Seit zwei Tagen habe es kaum Explosionen gegeben.
Bei den verschiedenen Explosionen in Dubai handle es sich um Einsätze zur Flugabwehr, teilte das Medienbüro mit. Die Behörden verfolgten die Lage genau und würden alle notwendigen Schritte unternehmen, um die öffentliche Ordnung sicherzustellen.
Frankreich schickt Flugzeugträger ins Mittelmeer
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat den Flugzeugträger Charles de Gaulle, dessen Luftstreitkräfte und Marine-Eskorte damit beauftragt, aus der Ostsee ins Mittelmeer aufzubrechen, um die Verbündeten zu schützen. Eine entsprechende Verkündung veröffentlichte er unter anderem auf X.
»Angesichts dieser instabilen Lage und der Unsicherheiten der kommenden Tage habe ich angewiesen, dass der Flugzeugträger Charles de Gaulle in Richtung Mittelmeer in See stechen soll«, sagte er.
Die USA und Israel greifen weiter Ziele in Iran an, Teheran antwortet mit Gegenschlägen. Der Bundeskanzler ist zu Besuch in Washington, und in Deutschland kehren die ersten Urlauber aus Nahost zurück. Was am Dienstag noch geschah, lesen Sie hier im Newsblog.
Mit Material der Agenturen

vor 19 Stunden
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