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Netanyahu: Angriff auf Iran war unumgänglich
Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hat den Angriff auf Iran mit dem angeblichen Bau neuer Bunker zum Schutz der iranischen Raketen- und Atomprogramme gerechtfertigt. »Der Grund, warum wir jetzt handeln mussten«, sei, dass Iran nach den Bombardierungen seiner Atomanlagen und seiner Raketenarsenale im vergangenen Jahr mit dem Bau »neuer Anlagen, unterirdischer Bunker« begonnen habe, sagte Netanyahu dem US-Sender Fox News. Das Raketen- und »Atombombenprogramm« wäre sonst »innerhalb von Monaten« unangreifbar gewesen, behauptete Netanyahu.
Israel hatte Iran bereits im Juni vergangenen Jahres angegriffen. Das US-Militär hatte sich knapp eine Woche später Israel angeschlossen und Irans Atomanlagen bombardiert. »Man könnte meinen, sie hätten ihre Lektion gelernt«, sagte Netanyahu nun. »Aber das haben sie nicht, denn sie sind unverbesserlich. Sie sind völlig fanatisch, was ihr Ziel angeht, Amerika zu zerstören.«
Netanyahu erklärte auch, es werde sich nicht um einen »endlosen Krieg« gegen Iran handeln: »Es kann einige Zeit dauern, aber es wird keine Jahre dauern.«
- Mehr Hintergründe hier: Worum es Israel bei dem Angriff wirklich geht
US-Botschaft in Riad angegriffen
Die amerikanische Botschaft in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad ist von zwei Drohnen attackiert worden: Es sei ein »begrenztes Feuer« ausgebrochen, aber nur geringer Sachschaden entstanden, teilte ein Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums bei X mit. Die US-Botschaft empfahl ihren Landsleuten in dem Königreich, sich sofort in Sicherheit zu bringen und die Botschaft bis auf Weiteres zu meiden, da es zu einem Angriff auf die Einrichtung gekommen sei.
Aus der saudi-arabischen Armee nahestehenden Kreisen wurde berichtet, dass die saudi-arabische Luftverteidigung vier Drohnen abgefangen habe, die das diplomatische Viertel im Westen Riads angesteuert hätten. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die US-Armee werde »bald« Vergeltungsmaßnahmen wegen des Angriffs auf die US-Botschaft ergreifen.
Auch die US-Botschaft in Kuwait soll bei einem Drohnenangriff direkt getroffen worden sein, wie ein in Kuwait stationierter Diplomat berichtete. Im Gebäude brach offenbar ein Feuer aus. Augenzeugen hatten von aufsteigendem Rauch an dem Gebäude berichtet.
Israels konkrete Angriffspläne setzten USA unter Druck
Seit Beginn der Angriffe auf Iran haben die USA diverse Begründungen für ihren Einsatz vorgebracht. Nach Darstellung des Sprechers des US-Repräsentantenhauses hat Druck Israels maßgeblich zur US-Entscheidung für einen Angriff beigetragen. »Israel war entschlossen, hier zu seiner eigenen Verteidigung zu handeln, mit oder ohne amerikanische Unterstützung«, sagte der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, nach einem Iran-Briefing hochrangiger Vertreter der US-Regierung.
Man habe deshalb eine schwierige Entscheidung treffen müssen. Die Regierung habe die Bedrohungen für die USA, für deren Soldaten und Einrichtungen in der Region und darüber hinaus bewerten müssen, sagte Johnson. Auf Basis »hervorragender Geheimdienstinformationen« sei sie zu dem Schluss gekommen, dass Iran im Fall eines Angriffs durch Israel sofort mit Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA reagieren würde. Er sei überzeugt, dass die US-Regierung das Richtige getan habe.
Zuvor hatte bereits US-Außenminister Marco Rubio eine ähnliche Begründung gegeben und die Angriffe seines Landes auf Iran auch als proaktive Maßnahme zum eigenen Schutz gerechtfertigt. Ohne eigene Präventivschläge hätten die USA »höhere Verluste erlitten«, sagte Rubio.
Leseempfehlung: So lief die »Hart aber fair«-Sendung zum Irankrieg
Bei »Hart aber fair« wünscht die Runde, die iranische Bevölkerung würde ihre Zukunft bald selbst in die Hand nehmen. Wie das gehen, und wie diese Zukunft aussehen sollte, bleibt allerdings ein Rätsel, schreibt Arno Frank. Hier geht’s zu seinem Bericht.
Israel attackiert Hisbollah im Libanon
Die israelische Armee hat in der Nacht erneut im Libanon angegriffen. Ziel seien Kommandozentralen und Waffenlager der mit Iran verbündeten Hisbollah-Miliz in der Hauptstadt Beirut – unter anderem in den als Dahija bekannten Vororten, wie die Armee mitteilte. Als Reaktion auf die Tötung des obersten Führers Irans, Ajatollah Ali Khamenei, hatte die Hisbollah in der vorherigen Nacht mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. Hier lesen Sie mehr darüber, wie die Hisbollah in Israels Falle getappt ist.
Der der Hisbollah nahestehende Sender Al-Manar erklärte im Onlinedienst Telegram, die israelische Armee habe sein Büro in dem Gebiet Harat Hreik im Süden Beiruts attackiert. Zuvor hatte die israelische Armee die Bewohner von 31 Dörfern im Süden des Libanon zur Evakuierung aufgerufen und Einsätze gegen die Hisbollah angekündigt. Die Bewohner sollten ihre Häuser »sofort« verlassen und sich in Richtung Norden begeben, erklärte der israelische Armeesprecher Avichay Adraee am Montagabend im Onlinedienst X.
Die libanesische Regierung hat die militärischen Aktivitäten der Hisbollah-Miliz wegen der erneuten militärischen Auseinandersetzungen mit Israel für illegal erklärt, wie Ministerpräsident Nawaf Salam in einer Fernsehansprache sagte. Damit verändert sich der Status der Gruppe von einer teilweise geduldeten Widerstandsbewegung zu einer verbotenen Organisation. Die Hisbollah ist der wichtigste nicht staatliche Verbündete für Iran und gilt als verlängerter Arm Teherans, insbesondere im Kampf gegen den gemeinsamen Erzfeind Israel.
Expertin warnt vor hohen Energiepreisen in Deutschland
Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat vor einem neuen Energieschock für Deutschland durch die Eskalation im Nahen Osten gewarnt. »Ein erneuter Energieschock würde eine Wirtschaft belasten, die sich noch immer von den vergangenen Preissprüngen erholt«, sagte Grimm dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Analysten hielten einen Ölpreis von über 100 Dollar für möglich, wenn die Straße von Hormus faktisch gesperrt bleibe. Durch diese Meerenge verliefen rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte. Die Gaspreise seien zuletzt auf über 40 Euro gestiegen. Falls die LNG-Produktion in Katar nicht bald wieder aufgenommen werde, drohten weitere empfindliche Anstiege.
Deutschland treffe dies in einer ohnehin fragilen Lage, erklärte die Ökonomin, die seit 2020 dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angehört. Besonders betroffen wären energieintensive Branchen wie Chemie, Stahl, Glas oder Papier. »Wir müssen uns auf eine längere Phase erhöhter Unsicherheit einstellen«, sagte Grimm.
Amerikaner sollen Dutzende Länder in Nahost sofort verlassen
Das Washingtoner Außenministerium hat US-Amerikaner in einer Vielzahl von Ländern im Nahen Osten dazu aufgerufen, diese sofort zu verlassen. Zur Begründung verwies eine Vertreterin des Ministeriums auf der Plattform X auf »schwerwiegende Sicherheitsrisiken« wegen des Krieges zwischen Israel sowie den USA und Iran. Die Aufforderung betrifft folgende Länder und Regionen:
- Bahrain
- Ägypten
- Iran
- Irak
- Israel
- Westjordanland
- Gazastreifen
- Jordanien
- Kuwait
- Libanon
- Oman
- Katar
- Saudi-Arabien
- Syrien
- Vereinigte Arabische Emirate
- Jemen
Israel meldet neuen Raketenangriff aus Iran
Die Flugabwehr sei derzeit im Einsatz, um eine Bedrohung abzuwehren, erklärt die israelische Armee: Iran habe erneut Raketen in Richtung Israel abgefeuert. In Tel Aviv und anderen Gebieten heulten die Sirenen. Die Bevölkerung wurde zunächst aufgefordert, sich in Schutzräume zu begeben. Kurz darauf durften sie wieder ins Freie – sie sollten sich laut der Armee aber weiter in der Nähe der Schutzräume aufhalten.
Leseempfehlung: Die Hisbollah tappt in Israels Falle
Nach der Tötung von Irans Oberstem Führer schießt die libanesische Schiitenmiliz Raketen und Drohnen auf Israel. Dessen Armee scheint nur darauf gewartet zu haben, schreiben Katharina Osterhammer, Fritz Schaap und Thore Schröder. Hier können Sie den Text lesen.
Israel bombardiert Irans Rundfunksender Irib
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum Dienstag den Sitz des iranischen Staatsrundfunks Irib im Norden Teherans »angegriffen und zerstört«. Seit Jahren habe die iranische Rundfunkbehörde zur Zerstörung des Staates Israel und zum Einsatz von Atomwaffen aufgerufen, hieß es. Kurz vor dem Angriff habe das israelische Militär zur Evakuierung des Gebietes aufgerufen.

Kuwaits Armee verzeichnet erste Todesopfer
Das Militär des Golfstaats Kuwait hat die ersten beiden Todesopfer in den eigenen Reihen seit Beginn der iranischen Gegenangriffe in der Region gemeldet. Zwei Marinesoldaten seien heute im Dienst bei einem »Militäreinsatz« ums Leben gekommen, teilte der Generalstabschef der kuwaitischen Armee mit. Details dazu, wo und wie genau die Soldaten ums Leben gekommen sind, wurden nicht genannt.
Seit den amerikanisch-israelischen Angriffen in Iran greift Teheran als Reaktion unter anderem Ziele in den Golfstaaten an, darunter zivile Ziele und auch Stützpunkte des US-Militärs. In Kuwait kam es bereits zu mehreren Angriffen, bei denen mindestens ein Mensch getötet und Dutzende weitere verletzt wurden. Am Montagmorgen stürzten in Kuwait mehrere US-Militärflugzeuge durch sogenanntes friendly fire, also versehentlichen Beschuss, ab. Die Besatzung überlebte. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Video.

Israel beginnt nächste Angriffswelle auf Teheran
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle auf Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran gestartet. Augenzeugen berichteten von heftigen Explosionen. Der Staatssender PressTV berichtete, das Gelände der IRIB-Rundfunkanstalt sei attackiert worden.
Zuvor hatte ein Sprecher der israelischen Armee auf Persisch im Internet alle Bewohner des Stadtteils Evin aufgerufen, sich angesichts unmittelbar bevorstehender Bombardierungen in Sicherheit zu bringen. Dazu wurde eine Karte der Hauptstadt mit dem markierten Gebiet veröffentlicht. In dem Gebiet liegt die iranische Rundfunkanstalt.
»Liebe Bürgerinnen und Bürger, zu Ihrer Sicherheit und Gesundheit bitten wir Sie dringend, das auf der Karte markierte Gebiet unverzüglich zu verlassen. Ihre Anwesenheit in diesem Gebiet gefährdet Ihr Leben«, war auf Persisch zu lesen. Allerdings dürfte die Warnung die Menschen kaum erreichen, da die Behörden das Internet in Iran nach Beginn der israelisch-amerikanischen Luftangriffe am Samstag gesperrt haben.

Weltkulturerbe in Teheran offenbar bei US-israelischen Angriffen beschädigt
Der Golestan-Palast in Teheran ist iranischen Medienberichten zufolge bei einem Angriff auf den Arag-Platz am Sonntagabend von Druckwellen getroffen worden. Fenster, Türen und Spiegel seien beschädigt worden. Das meldeten die Nachrichtenagenturen Isna und Mehr.
Die Unesco äußerte ihre »Besorgnis über den Schutz der Kulturerbestätten angesichts der eskalierenden Gewalt im Nahen Osten«. Weiter erklärte die Organisation, sie habe »allen betroffenen Parteien die geografischen Koordinaten der Stätten auf der Welterbeliste sowie der Stätten von nationaler Bedeutung mitgeteilt, um mögliche Schäden zu vermeiden«.
Leseempfehlung: Diese Bilder zeigen das Ausmaß des Kriegs in Iran und den Nachbarländern
Im Irankrieg setzen die Militärs vor allem auf Schläge aus der Distanz. Aufnahmen von Satelliten verdeutlichen, wie breit gestreut und verheerend die Angriffe sind. Sehen Sie hier den grafischen Überblick unserer Kollegen Nikolai Antoniadis, Oliver Imhof, Niklas Marienhagen und Bernhard Riedmann.
Die USA und Israel greifen Ziele in Iran an, Teheran antwortet mit Gegenschlägen. Was am Montag noch geschah, lesen Sie hier im Newsblog.
Mit Material der Agenturen

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