Geigen und Ukulelen dürfen jetzt ins Lufthansa-Handgepäck

vor 5 Stunden 2

Für die Violinistin Carolin Widmann war die Reise ein reiner Albtraum. Weil die Lufthansa ihr auf dem Flug von Helsinki nach Leipzig nicht erlaubte, eine 244 Jahre alte Geige samt Geigenkasten und Bögen als Handgepäck mitzunehmen, musste sie das wertvolle Instrument auf dem Schoß balancieren. »Ich bin Zehntausende Tode gestorben«, sagte sie.

Der Marktwert der Violine lag bei zwei Millionen Euro, der kulturelle Wert ungleich höher. Entsprechend große Angst hatte die 49-jährige Professorin davor, dass dem Instrument etwas zustoßen könnte – nicht einmal auf die Toilette habe sie sich getraut, sagte Widmann der Nachrichtenagentur dpa.

Reaktion nach offenem Brief

Nach dem Flug beschwerte sie sich zuerst bei der Fluglinie, danach in einem offenen Brief an den Lufthansa-Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr, der in sozialen Medien viel geteilt wurde. Und die Aktion hatte tatsächlich Erfolg.

Seit diesem März gibt es eine Ausnahme der strengen Handgepäckregeln. Nach Angaben einer Sprecherin gilt für Geigen, Ukulelen, Trompeten und ähnliche Instrumente nun: Höhe, Breite und Tiefe des Kastens dürfen addiert maximal 125 Zentimeter betragen. Damit können künftig auch längere Instrumentenkästen mit in die Kabinen von Lufthansa, Eurowings, Austrian und Swiss. Das Instrument ersetzt dann ein sonstiges Handgepäckstück.

Widmann erhält seitdem nach eigenen Angaben Dankesworte von Musikern aus der ganzen Welt. »Wir zittern alle beim Einchecken. Nun haben wir etwas Verlässliches«. Für größere Instrumente wie eine Tuba gilt indes: Falls sie in der Kabine mitreisen sollen, brauchen sie einen eigenen, gebuchten Platz – ansonsten müssen sie im Frachtraum mitfliegen.

Einheitliche Regeln für den Transport von Musikinstrumenten in Flugzeugen gibt es in der EU übrigens nicht. Häufig kommen die Fluglinien Reisenden kulant entgegen, manchmal werden die vorgegebenen Maße allerdings rigoros umgesetzt.

Gesamten Artikel lesen