Donald Trump schließt einen Deal mit dem Iran aus. USA und Israel werfen dem Iran Kriegsverbrechen vor. Der siebte Kriegstag im Überblick.
6. März 2026, 22:32 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, Reuters, caf
Am siebten Tag des Kriegs zwischen den USA und Israel sowie dem Iran äußern sich die Kriegsparteien unnachgiebig und setzen den gegenseitigen Beschuss fort. Die USA geben an, iranische Raketenabschussrampen angegriffen zu haben. Am Morgen waren unter anderem in Tel Aviv Explosionen zu vernehmen.
Trump fordert "bedingungslose Kapitulation"
US-Präsident Donald Trump hat ein Abkommen mit dem Iran ausgeschlossen und dessen "bedingungslose Kapitulation" gefordert. Nach Angaben seiner Sprecherin Karoline Leavitt gehen die USA von vier bis sechs weiteren Wochen Krieg aus. Entgegen entsprechenden Berichten verfüge das US-Militär hierfür über ausreichende Munitionsbestände.
Israelische Angriffe im Libanon zwingen Hunderttausende zur Flucht
Die anhaltenden israelischen Luftangriffe im Libanon zwingen Hunderttausende Menschen zur Flucht, mindestens 217 wurden getötet und 798 verletzt. Nach libanesischen Angaben wurde ein Gebiet nahe der iranischen Botschaft getroffen. Israel gibt an, eine Kommandozentrale der iranischen Revolutionsgarden in den südlichen Vorstädten Beiruts sowie drei weitere Kommandozentralen der Hisbollah angegriffen zu haben. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Die Hisbollah lehnt eine Waffenruhe ab, der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu droht mit intensiveren Angriffen.
Internationale Bemühungen um Diplomatie
EU-Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wollen Anfang nächster Woche per Videokonferenz mit Staats- und Regierungschefs aus dem Nahen Osten und der Golfregion sprechen. Laut dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian bemühen sich bereits jetzt mehrere Länder um Vermittlung. Öffentliche und deutliche Kritik am Angriff der USA und Israels auf den Iran kam erneut vom spanischen Ministerpräsident Pedro Sánchez.
Laut Bundeskanzler Friedrich Merz setzt sich auch Deutschland für ein Ende des Irankriegs ein. Ziel müsse "eine regionale Friedensordnung" sein, die "die Sicherheit und Existenz aller Staaten, einschließlich Israels und der Golfstaaten", gewährleiste. Dabei müsse die territoriale Integrität des Iran gewahrt bleiben, das iranische Volk habe das Recht, frei über sein Schicksal zu entscheiden.
Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR stuft die aktuelle Lage im Nahen Osten als humanitären Notfall ein.
USA und Israel werfen dem Iran mögliche Kriegsverbrechen vor
Die USA und Israel haben dem von ihnen angegriffenen Iran Kriegsverbrechen vorgeworfen. Laut dem US-Zentralkommando Centcom hat der Iran am Donnerstagabend sieben Drohnen auf bewohnte Gebiete in Bahrain abgefeuert und weitere Angriffe auf "unschuldige Menschen" in zwölf Ländern der Region durchgeführt. Dies sei "inakzeptabel" und würde "nicht unbeantwortet bleiben". Israel wirft dem Iran zudem den Einsatz von Streubomben vor. Beide Länder sind nicht Teil des internationalen Abkommens gegen die von über 100 Ländern geächteten Waffen. Die unabhängige Prüfung der Vorwürfe war nicht in allen Fällen möglich.
Steigende Preise infolge des Krieges
UN-Sprecher Stéphane Dujarric hat vor weiteren Preissteigerungen infolge des Krieges gewarnt. Der Anstieg des Ölpreises durch die faktische Blockade der Straße von Hormus durch den Iran habe zu einem Anstieg des Ölpreises geführt, auf den eine Verteuerung von Lebensmitteln, Dünger und Transportkosten folgen könne. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) verweist hingegen darauf, dass der Preisanstieg nicht auf eine grundsätzliche Ölknappheit zurückzuführen ist und warnt EU-Länder davor, wieder auf Lieferungen aus Russland zu setzen.

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