Bundesliga: FC Bayern München siegt deutlich gegen Mönchengladbach

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Rocco Reitz gegen Nicholas Jackson
Rocco Reitz gegen Nicholas Jackson

Rocco Reitz gegen Nicholas Jackson

Foto: Alexandra Beier / AFP

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Im Klammergriff: Die Gladbacher spielten nicht desolat in München, die Großchancen, die sie zuließen, führten aber fast immer zu Toren. Als Rocco Reitz beim Stand von 0:2 eine solche Chance verhindern wollte, kam es noch schlimmer. Reitz verfolgte den in den Strafraum dringenden Bayern-Stürmer Nicolas Jackson, er umklammerte ihn, zog, drängte, brachte ihn schließlich zu Fall brachte.

Dafür gab es nicht nur Elfmeter für die Bayern, sondern auch Rot für Reitz, den Kapitän der Borussen.

Jamal Musiala verwandelte cool, Gladbach war geschlagen. Und steht nun bei acht sieglosen Partien aus den vergangenen neun Spielen.

Ergebnis: 4:1 (2:0) hat der FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach gewonnen. Der Münchner Vorsprung in der Tabelle beträgt zumindest bis Samstagabend 14 Punkte. Dann spielt der BVB in Köln. Gladbach hofft, auch nach dem Wochenende noch Zwölfter zu sein.

Trainer an Team: Mehr laufen! Vincent Kompany war wütend, was Leon Goretzka sichtbar irritierte. Der Münchner Trainer schrie in seine Richtung, zweimal, dreimal, sein rechter Arm peitschte vorwärts.

»Meint er mich?«, muss sich Goretzka gedacht haben. In Wahrheit ging es um den Spieler in seinem Rücken. Denn als Goretzka fort war, schrie und peitschte Kompany weiter.

Konrad Laimer, Bayerns Rechtsverteidiger, dürfte seinem Coach zu selten in die Tiefe gesprintet sein.

Mehr Einsatz, mehr Offensivdrang in diesem Bundesliga-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach, das war Kompanys Botschaft.

Kurz darauf fiel das 1:0 für die Bayern. Der Torschütze: Konrad Laimer.

 Leon Goretzka gegen Gladbach

Feiner Fuß: Leon Goretzka gegen Gladbach

Foto: Harry Langer / dpa

Goretzkas Geistesblitz: Gladbach verteidigte ganz tief, die Bayern spielten sich den Ball hin und her, es sind die Momente, in denen es einen Rhythmuswechsel braucht, eine Idee. Goretzka hatte sie. Fast statisch war die Lage, als er vor dem Strafraum am Ball war, dann lief Luis Díaz in Richtung Strafraum, und Goretzka lupfte den beinahe still liegenden Ball über einen Gladbacher Verteidiger hinweg in den Lauf von Díaz. Der vollendete per Direktabnahme. Ein Zaubertor zur Führung (33. Minute).

Es waren sogar GeistesblitzE: Denn früh im Spiel hatte Goretzka schon einmal so einen Tiefenpass gespielt. Aber: Da war der Laufweg noch brillanter als der Pass. Lennart Karl entdeckte da etwas, das dem übrigen Stadion verborgen geblieben war. Er lief diagonal in den Strafraum und dann abrupt in die Tiefe, ein Laufweg, der Thomas Müller stolz gemacht hätte. Goretzka passte, Karl schoss, das Stadion jubelte – aber nur kurz. So klug Karls Lauf auch war, im Moment des Passes stand er schon im Abseits.

 Rocco Reitz

Noch im Liegen griff er nach Jackson: Rocco Reitz

Foto: Matthias Schrader / AP

Lerneffekte: Die Nachspielzeit der ersten Hälfte lief, da trennte Laimer einen Gladbacher vom Ball, und Jackson trieb ihn elegant vorwärts, die Bayern konterten. Vorher hatte Jackson bei einem Angriff den freien Luis Díaz übersehen, diesmal bediente er den Kollegen. Díaz wiederum spielte den nächsten Pass, dann erzielte Laimer das 2:0. Er war mit einigem Tempo über den halben Platz gestürmt.

Es folgte: Das Reitz-Foul an Jackson samt Platzverweis und Musiala-Treffer. Das 4:0, vorbereitet durch den auffälligen Karl, erzielt von Jackson. Und schließlich der Achtungserfolg der Borussen, die in Unterzahl verkürzten, Wael Mohya. Was die Bayern mehr kümmern dürfte, war aber schon in der Halbzeitpause geschehen.

Bangen um Neuer: Die Bayern rotierten gegen Gladbach auf mehreren Positionen, Kim Min-jae, Goretzka, Karl, Tom Bischof, Jackson, diese Gesichter fanden sich zuletzt selten in der Münchner Startelf.

Manuel Neuer spielte. Der zuletzt an der Wade verletzte 39-Jährige stand wie geplant wieder im Tor.

Wer weiß, vielleicht hätte er noch pausieren sollen, ehe die heiße Saisonphase beginnt.

Denn zur Halbzeit blieb Neuer in der Kabine, Jonas Urbig vertrat ihn. Laut Sky sei das eine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Eine Verletzung käme besonders ungelegen. Am Dienstag steht in der Champions League das Achtelfinalhinspiel bei Atalanta in Bergamo an. Es wird das erste von vielen wichtigen Bayern-Spielen in den kommenden Wochen.

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